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Kempen: Kempens Ehrenbürger wird 88 Jahre alt

Kempen : Kempens Ehrenbürger wird 88 Jahre alt

Als Stadtdirektor hat Klaus Hülshoff während seiner Dienstzeit in der Thomasstadt vielfältige Akzente gesetzt. Von 1960 bis zu seinem Ruhestand 1990 hat er vor allem die Altstadtsanierung und den Ausbau der Stadt im Norden vorangetrieben.

Der Ehrenbürger der Stadt Kempen und ihrer französischen Partnerstadt Wambrechies, der frühere langjährige Stadtdirektor der Thomasstadt, Klaus Hülshoff, wird am kommenden Sonntag, 17. Februar, 88 Jahre alt. Besucht man ihn in seiner Etagenwohnung im Kempener Süden, wo er seit dem Tod seiner Frau Marianne allein lebt, fallen im Flur zuerst die vielen Urkunden auf, die zu seinen Ehren ausgestellt wurden, darunter die beiden Urkunden, mit denen seine Ehrenbürgerschaft bestätigt wurde: in Kempen 1990, in Wambrechies ein Jahr später.

Er selbst erinnert sich gerne an die Zeit, als er der Chef der Kempener Stadtverwaltung war. Vor allem die vorbildlich gelungene Altstadtsanierung, aber auch die frühe Einführung des zentralen Fernwärmenetzes in Kempen gehören zu seinen großen Verdiensten. Damals war das für eine Stadt der Größenordnung von Kempen eine absolute Ausnahme und ein echtes Novum.

Für seine vielfältigen Verdienste, drei Jahrzehnte lang Kempen als Stadtdirektor mit gestaltet zu haben, wurde er mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts und der selten verliehenen Ratskanne geehrt. Den seltenen Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, der in der zu vergebenden Anzahl begrenzt ist, erhielt er auch. Und "Musketier von Armagnac" ist er laut einer weiteren Urkunde ebenfalls. Dazu verhalfen auch die französischen Freunde. Kempen hat mit Orsay und Wambrechies gleich zwei Partnerstädte in Frankreich.

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Hülshoff lebte viele Jahre in einem Eigenheim am Peschweg, ehe er aus Altersgründen sein Haus verkaufte und in seine jetzige Wohnung umzog. Jetzt fällt sein Blick aus dem Wohnzimmer auf den East- Cambridgeshire-Park, der noch zu seiner Amtszeit angelegt worden ist. Dort geht er auch heute noch ein wenig spazieren, wenn denn die etwas lädierten Knie mitspielen.

Hülshoff lebt allein, liebevoll umsorgt von seiner Tochter Cornelia, die ihn auch auf kleine Ausflüge mitnimmt — auch zum Grab seiner im August vergangenen Jahres gestorbenen Ehefrau Marianne, mit er eine Jahrzehnte lange Ehe führte. Die zweite Tochter, verheiratet in Norwegen, starb allzu früh an einem Krebsleiden. Hülshoff hatte Tochter und Schwiegersohn früher häufig in Oslo besucht und sich in dem skandinavischen Land sehr wohl gefühlt. Aus den Ehen der beiden Töchter gingen sieben Enkelkinder hervor, deren Fotos die Wände im Heim von Klaus Hülshoff zieren.

Sein Auto hatte er mit 84 Jahren abgegeben, seiner Meinung nach eine richtige und überfällige Entscheidung. "Da war es genug", sagt Klaus Hülshoff. Das Essen wird ihm täglich vom Frisch-Menü-Service Sauels ins Haus geliefert. Und die Lektüre seiner "Rheinischen Post" gehört ebenfalls zu seinem ganz normalen Tagesablauf.

(jka)