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Kempener wegen Kinderpornografie in Haft

Prozess am Amtsgericht : Kempener wegen Kinderpornografie in Haft

Ein 46-jähriger Kempener muss für ein Jahr und zehn Monate ins Gefängnis, weil er kinderpornografisches Material besessen hat. Er war bereits einschlägig vorbestraft.

Vor dem Krefelder Amtsgericht fiel am Freitag das Urteil gegen einen 46-jährigen Kempener. Der einschlägig vorbestrafte Mann wurde wegen des Besitzes und wegen der Aufforderung in vier Fällen, die er jeweils an einen Bekannten richtete, ihm kinder- und jugendpornografischer Schriften zu schicken, zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Kempener konkret vorgeworfen, im Februar dieses Jahres einen Mann kontaktiert und diesen aufgefordert zu haben, ihm kinderpornografisches Material zukommen zu lassen. Ferner wurden bei dem 46-Jährigen einen Monat später insgesamt 105 kinderpornografische sowie 28 jugendpornografische Bilddateien auf seinem Laptop sowie auf seinem Mobiltelefon gefunden und sichergestellt.

Der Kempener äußerte sich während der Verhandlung nicht zu dem Tatvorwurf, einen Bekannten um kinderpornografisches Material gebeten zu haben, den Besitz der illegalen Bilddateien gab er aber zu. Erst im Januar dieses Jahres war der 46-Jährige aus der Haft entlassen worden. Er hatte eine Strafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verbüßt. Zuvor war er zudem wegen Vergewaltigung in drei Fällen im Gefängnis gewesen.

Sein 55-jähriger Bekannter, den er aufgefordert haben soll, ihm anstößige Bilder zu schicken, sagte im Zeugenstand aus. Auch er ist einschlägig vorbestraft. Der Mann erklärte, den 46-Jährigen schon seit mehr als 20 Jahren zu kennen. „Kurz nach seiner Haftentlassung schrieb er mich über Facebook an“, meinte der Zeuge. Erst sei die Konversation normal verlaufen, dann „ging es aber wieder um Kinder“. Über dieses Thema habe der 55-Jährige eigentlich nicht chatten wollen, da er mit „solchen Sachen“ abgeschlossen habe.

Er sei aber trotzdem darauf eingegangen, um den anderen nicht zu verärgern. „Er fragte mich unter anderem, ob ich noch kinderpornografisches Material für ihn hätte“, ergänzte der Zeuge. Er habe geantwortet, dass er mal „gucken“ oder danach Ausschau halten werde. Dies sei aber in Wirklichkeit nicht seine Absicht gewesen. Er habe vielmehr nur so getan, als ob er sich auf die Suche machen würde. Er selbst sei nämlich „definitiv“ nicht im Besitz entsprechender Dateien – und zwar „weder auf meinem Handy noch auf meinem PC“ – gewesen.

Auf die Frage des Verteidigers, warum der 55-Jährige, wenn sein Anliegen doch gewesen sei, sich keinesfalls über Kinderpornografie auszutauschen, nicht einfach: „Lass mich in Ruhe!“ geschrieben oder die Konversation abgebrochen hätte, erwiderte dieser, dass er den Kempener halt schon lange kenne und deshalb keinen Streit mit diesem haben wollte. Außerdem sei der Chat ein „Zeitvertreib“ für ihn gewesen.