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Kempener Stadtrat entscheidet über Aufnahme von Flüchtlingen

„Sichere Häfen“ : Kempener Stadtrat entscheidet über Aufnahme von jungen Flüchtlingen

Die Stadt Kempen soll der so genannten Bielefelder Erklärung der Städte „Sichere Häfen“ beitreten und Bund und Land anbieten, zwei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die sich in Auffanglagern auf griechischen Inseln im Mittelmeer befinden, aufzunehmen.

Diesen Vorschlag unterbreitet Kempens Bürgermeister Volker Rübo dem Stadtrat. In der Sitzung am Dienstag, 10. März, ab 18 Uhr im Rathaus am Buttermarkt, soll die Politik dem zustimmen.

Der Kempener Arbeitskreis Asyl und Menschenrechte hatte Anfang Januar die Stadt aufgefordert, diese Bereitschaft offiziell zu signalisieren, minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern in griechischen Lagern festsitzen, aufnehmen zu wollen. Seit Ende 2018 gehört die Stadt Kempen dem Bündnis von Kommunen „Sichere Häfen“ an. Diese Städte und Gemeinden verpflichten sich, Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer aufzunehmen. Einige dieser Kommunen haben sich Mitte Januar dieses Jahres in der „Bielefelder Erklärung“ zudem bereit erklärt, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufzunehmen. Die Flüchtlinge sollen nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel verteilt werden.

Kempens Bürgermeister Rübo weist in seiner Beratungsvorlage für die Ratssitzung darauf hin, dass die Nachbarstadt Krefeld ihr Aufnahmekontingent auf zehn Kinder festgelegt hat. Das Land Schleswig-Holstein habe der Bundesregierung angeboten, 25 bis 30 junge Flüchtlinge zusätzlich aufzunehmen.

Rübo schlägt dem Stadtrat vor, dass Kempen „bis zu zwei junge Flüchtlinge“ aufnehmen soll. Diese Zahl erscheine zwar gering, es sei aber zu berücksichtigen, dass die Kinder oder Jugendlichen wahrscheinlich in einem Heim untergebracht werden müssen. „Jeder Heimfall verursacht Pflegekosten von jährlich durchschnittlich 50.000 Euro. Die Kinder müssen zusätzlich vom Jugendamt betreut werden.“