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Kempener Stadtrat bewilligt Geld für zusätzliche Planungsleistungen für Gesamtschule

Kempen : Planung für Schul-Interimslösung beginnt

Der Kempener Stadtrat hat externe Planer für den Übergangsbau für die Gesamtschule beauftragt. In der Debatte ging es zeitweise hoch her. CDU-Fraktionschef Herbst kritisierte Schuldezernent Klee, schuld an dem „Schlamassel“ zu sein.

Dass die Kempener Christdemokraten den Beigeordneten Michael Klee – zuständig für Schulen und Sport, Jugend, Soziales sowie Senioren – lieber heute als morgen in die Wüste schicken möchten, ist mittlerweile bekannt. Eine Wiederwahl des Juristen, der seit April 2012 im Kempener Rathaus tätig ist, erscheint angesichts der Kritik aus den Reihen der CDU in der jüngsten Stadtratssitzung unwahrscheinlicher denn je. Die CDU macht Klee zum Sündenbock.

Er sei schuld an dem „Schlamassel“, sagte der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Herbst. Klee habe als „Projektleiter“ großen Anteil daran, dass die Sanierung der weiterführenden Schulen in Kempen noch nicht vorangekommen sei. Der „Projektleiter“, gemeint war Klee, habe das Vorhaben „jahrelang ausgesessen“. Die Kritik von Herbst gipfelte in der Frage: „Herr Klee, was haben Sie die ganze Zeit gemacht?“ Gesamtschule und Eltern brauchten mit Blick auf die im Sommer kommenden Jahres startende Oberstufe Planungssicherheit, so Herbst.

Vertrauen in die Arbeit des Dezernenten haben die Christdemokraten augenscheinlich nicht mehr. Dabei hat Bürgermeister Volker Rübo (CDU) das Schulprojekt vor zwei Jahren zur Chefsache erklärt. Er sprang seinem Dezernenten nur halbherzig bei. Klee versuchte die massiven Vorwürfe von Herbst sachlich zurückzuweisen. Er können „nicht alle Projekte von A bis Z steuern“. Für die Umsetzung sei auch das Technische Dezernat zuständig. Er bemühe sich jeden Tag mit seinen Mitarbeitern, „das Bestmögliche für die Stadt zu geben“, betonte Klee.

Darum ging es in der Ratssitzung konkret: Beschlossen wurde, zusätzlich 500.000 Euro für Planungsleistungen für das Interimsschulgebäude im städtischen Haushalt bereitzustellen, damit nun zügig die Übergangslösung für die im Sommer 2020 startende Oberstufe der Gesamtschule realisiert werden kann. Am Mittwoch trafen sich die beauftragten externen Architekten und Planer mit Bürgermeister Rübo und Dezernent Klee, um das weitere Verfahren zu besprechen.

Die Stadt sucht händeringend nach einer Lösung für die Unterbringung der Oberstufe der Gesamtschule. Die soll, so das Ziel, im Gebäude der ehemaligen Martin-Schule untergebracht werden. Mit der Sanierung der Schule ist aber noch nicht begonnen worden. Es gibt dafür auch keinerlei Planungen. Die Schule ist so nicht nutzbar, weil es Probleme mit dem Brandschutz gibt, sie ist zudem nicht barrierefrei. Asbest wird die Sanierung zusätzlich erschweren.

Die geplante Interimslösung auf der Wiese neben dem Lehrerparkplatz am Luise-von-Duesberg-Gymnasium (LvD), um die es nun geht, wird nicht zum neuen Schuljahr 2020/2021 nutzbar sein. Die Stadt sucht derzeit nach einer Übergangslösung für die Interimslösung. In der vergangenen Woche sprachen Rübo und Klee mit den Schulleitern des Thomaeums und des LvDs. Die Stadt hat im LvD sechs Räume ausgemacht, die vorübergehend für die Oberstufe der Gesamtschule genutzt werden könnten. LvD-Schulleiter Benedikt Waerder indes kann diese Idee nicht akzeptieren. „Selbstverständlich wollen wir die Gesamtschule nicht im Regen stehen lassen“, sagte Waerder am Mittwoch im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber diese Räume brauche das LvD selbst. Die Lernbedingungen für die LvD-Schüler würden stark beeinträchtigt. Waerder: „Für unsere Schule würden sich deutliche Nachteile ergeben.“ Er will sich auch mit einem moralischen Appell an die Solidarität seiner Schule mit der Gesamtschule durch den Bürgermeister nicht unter Druck setzen lassen.