Kempener SPD hat neues Parteibüro

Neuer Standort : SPD zeigt Flagge am Einkaufszentrum

Die Kempener Sozialdemokraten wollen Dampf machen. Vor allem mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 intensivieren sie den Bürger-Dialog. Dazu soll das neue Parteibüro am Hessenring 17 beitragen. Mit den Grünen stimmt man sich ab.

Mit der Nominierung des langjährigen Stadtsprechers Christoph Dellmans als gemeinsamem Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2020 ist den Kempener Grünen und Sozialdemokraten im März ein echter Coup gelungen. Die Resonanz sei sehr positiv gewesen, sagt SPD-Stadtverbandsvorsitzender Stefan Kiwitz. Der 48 Jahre alte Bilanzbuchhalter ist seit Dezember Vorsitzender der Sozialdemokraten in der Thomasstadt. Seither hat sich bei der Partei viel getan. Nun stärkt man die Präsenz in der Stadt. In unmittelbarer Nähe des Edeka-Marktes am Hessenring haben die Sozialdemokraten ihr neues Parteibüro bezogen.

„Wir wollen da sein, wo der Bürger ist“, sagt Kiwitz, der seit einigen Jahren bereits im Vorstand der Partei und als sachkundiger Bürger seit 2013 im Sport und Planungsausschuss mitarbeitet. Dass der neue Standort für das Parteibüro gut gewählt ist, zeigt der große Publikumsverkehr, der auf dem Vorplatz des stark frequentierten Einkaufszentrums herrscht. Das alte Parteibüro war am Hohenzollernplatz in St. Hubert. „Da hat uns eigentlich niemand so richtig wahrgenommen“, sagt Finn Maaßen. Der 19 Jahre alte Student ist Pressesprecher der Kempener SPD.

Mit dem neuen Standort sind die Sozialdemokraten nicht nur in die Innenstadt gezogen, sie sind auch räumlich näher an das Parteibüro der Grünen an der Petersstraße 19 gerückt. Mit den Grünen ist die SPD – auch mit Blick auf die Wahlen im kommenden Jahr – eine Allianz eingegangen. Der gemeinsame Bürgermeisterkandidat Dellmans war da der Anfang. „Wir tauschen uns regelmäßig aus und wollen mit gemeinsamen Anträgen Dinge in der Stadt voranbringen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Gareißen (58). Ein erstes deutliches Signal war da kürzlich der Antrag, den Beigeordneten Michael Klee bereits in der Ratssitzung am 8. Oktober für eine weitere Amtszeit wiederzuwählen. Klee steht bekanntlich in der Kritik. CDU, FDP und Linkspartei hatten dem 58 Jahre alten Juristen allerdings bereits im März signalisiert, ihn nicht wiederzuwählen. Klees Amtszeit läuft im März 2020 aus. Die Freien Wähler sprechen sich für Klees Wiederwahl aus

Wie die Grünen halten es auch die Sozialdemokraten für „fahrlässig“ (O-Ton Kiwitz), Klee in der aktuell sehr angespannten Situation in der Verwaltungsspitze im Rathaus nicht im Amt zu belassen. Ein neuer Technischer Beigeordneter wird aktuell gesucht, der langjährige Erste Beigeordnete Hans Ferber ist aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, und der neue Beigeordnete, Kämmerer Jörg Geulmann, ist gerade erst gewählt.

Im Übrigen schätzen SPD und Grüne die Arbeit von Klee. „Er wird doch vor allem von der CDU für Dinge verantwortlich gemacht, für die in Wahrheit der Bürgermeister die Verantwortung trägt“, sagt Gareißen. Als Beispiele nennt er das gescheiterte Begegnungszentrum in St. Hubert, die stagnierende Sanierung der Schulen oder das von der Bezirksregierung gekippte Projekt einer neuen Sportanlage in St. Hubert.

In vielen Gesprächen mit den Kempenern haben die Sozialdemokraten viel Kritik für die Ereignisse auf Bundesebene einstecken müssen. „Das war schon eine Berg-und-Tal-Fahrt“, sagt Vorsitzender Kiwitz. Gleichwohl sei die Arbeit der SPD auf kommunaler Ebene durchaus gelobt worden. Den Bürger-Dialog werden die Sozialdemokraten fortsetzen. Wichtig für die SPD-Politiker: Ihr eigenes Profil wollen sie auch in der Partnerschaft mit den Grünen weiter schärfen. „Wir werden unsere Eigenständigkeit nicht aufgeben“, so Gareißen.

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