Kempener Sozialdemokraten sind derzeit ohne Führungsspitze

SPD-Vorsitz : Kempener Sozialdemokraten sind derzeit ohne Führungsspitze

Vor einigen Wochen sind sowohl die Vorsitzende Birgit Halbach als auch ihr Stellvertreter Jürgen Pascher aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen zurückgetreten.

Die Kempener Sozialdemokraten sind derzeit ohne Vorsitzende und Stellvertreter. Am Rande der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der SPD in St. Hubert wurde bekannt, dass der Kempener SPD-Stadtverband seit einigen Wochen ohne intakten Vorstand ist. Wie unsere Zeitung erfuhr, sind bereits im September sowohl die 1. Vorsitzende Birgit Halbach als auch ihr Stellvertreter Jürgen Pascher zurückgetreten. „Aus rein persönlichen und gesundheitlichen Gründen“, sagte auf Nachfrage im St. Huberter Forum SPD-Ratsmitglied Martina Güldenbog vom verbleibenden Vorstand. Die rund 170 Mitglieder des Stadtverbandes sollen nun bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Mittwoch, 5. Dezember, 19.30 Uhr, im Clubheim der Kempener Tennisgesellschaft „Casino“ eine neue Parteispitze wählen. Nach Informationen unserer Zeitung soll es zwei Kandidaten für den 1. und 2. Vorsitz geben, die bereits dem erweiterten Vorstand angehören.

„Wir wollten mit der Bekanntgabe bis nach dem Jubiläum warten“, erklärte Martina Güldenbog weiter. Der Rücktritt, vor allem von Birgit Halbach, kommt dennoch sehr überraschend. Denn noch im Juni dieses Jahres war die 50-Jährige in den „Poststuben“ in St. Hubert zur Vorsitzenden gewählt worden, nachdem Jürgen Pascher nach 18-jähriger Tätigkeit sich nicht mehr als Kandidat für den Vorsitz aufstellen ließ, aber als Stellvertreter noch weitermachen wollte, um die Neugewählte zu unterstützen und einzuarbeiten. Und als Birgit Halbach vor kurzem aufhörte, waren offenbar für Jürgen Pascher die Voraussetzungen zur weiteren Mitarbeit nicht mehr gegeben.

Eva Pascher-Bellmann, die Ehefrau von Jürgen Pascher, der sein Ratsmandat und sein Amt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender vorerst behalten will, bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass rein persönliche und familiäre Gründe zum weiteren Verzicht ihres Mannes von diesem Amt geführt hätten. Birgit Halbach war für eine Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.

Vor allem der Rückzug von Birgit Halbach kam – selbst für die Partei­freunde – überraschend. Die 50-Jährige hatte sich in den vergangenen Jahren schon während ihrer Amtszeit als Parteigeschäftsführerin sehr engagiert. Sie galt als Hoffnungsträgerin für einen personellen Neuanfang. In ihrer Vorstellungsrede bei der Mitgliederversammlung im vergangenen Juni hat sie noch die stärkere Öffnung der Kempener Sozialdemokraten für die Sorgen und Nöte der Bürger als eines ihrer Hauptziele als Parteivorsitzende beschrieben. Birgit Halbach wollte den Dialog mit den Bürgern intensivieren.Sie wollte an einer „positiven Gestaltung des Lebensumfeldes“ mitwirken, wie sie es damals umschrieb.

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