Kempener Politik stimmt Bau des Kunstrasenplatz in Tönisberg zu

Kempen: Der Kunstrasen kann angelegt werden

Die Kempener Politik stimmte im Planungs- und im Sportausschuss einmütig für den Bau eines neuen Kunstrasenplatzes mit Kunststofflaufbahn auf dem Sportplatz in Tönisberg. Die Bundesförderung ist noch offen.

Einstimmig haben die Politiker im Kempener Planungsausschuss und im Sportausschuss dem Bau des neuen Kunstrasenplatzes mit Kunststofflaufbahn für die Sportanlage an der Schaephuysener Straße in Tönisberg zugestimmt. Das Projekt war ursprünglich mit rund 1,14 Millionen Euro kalkuliert, wird aber nun etwa 300.000 Euro teurer, weil – wie berichtet – unter einem Teil des bisherigen Aschenplatzes möglicherweise Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Für die Sondierung durch den Kampfmittelräumdienst muss belastetes Erdreich speziell entsorgt werden und anschließend neues Bodenmaterial beschafft werden. Das verteuert die ganze Sache.

Das Projekt soll wegen der Sondierung bereits im Januar 2019 starten. Der Baubeginn war ursprünglich für April 2019 vorgesehen. Für die Kicker des VfL Tönisberg bedeutet das, dass sie den Aschenplatz dann nicht mehr für Training oder Meisterschaftsspiele nutzen können. Bei einer Vorbesprechung mit der Stadtverwaltung im Kempener Rathaus in der vergangenen Woche hatte VfL-Vorsitzender Jens Grundei vorgeschlagen, gemeinsam mit dem Sportamt nach Ausweichmöglichkeiten auf anderen Sportanlagen zu suchen. Bei diesem Gespräch hatten Vertreter des SV Thomasstadt Kempen schon Bereitschaft signalisiert, den Tönisberger Fußballern Trainingszeiten im Sportpark an der Berliner Allee einzuräumen.

In der Sitzung des Sportausschusses am Dienstagabend zeigten sich Vertreter der beiden St. Huberter Fußballvereine FC und TuS überrascht, dass die Tönisberger Kicker von Januar bis März kommenden Jahres möglicherweise auf den beiden St. Huberter Sportplätzen an der Stendener Straße und An Eulen mitspielen sollen. Diese beiden Vereine waren bei dem Vorgespräch – trotz Einladung – nicht vertreten. Sportdezernent Michael Klee betonte, dass sich die Vereine mit Hilfe des Sportamtes untereinander einigen sollten. Die Stadt wolle da keine Vorschriften machen.

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Einigermaßen besorgt zeigte sich Klee allerdings, was die mögliche Förderung des Tönisberger Sportplatzbaus aus Mitteln des Bundesprogramms zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Kultur, Jugend und Sport betrifft. Für die Anlage des Kunstrasenplatzes, aber auch den Bau eines neuen Umkleidegebäudes auf der Sportanlage Stendener Straße in St. Hubert sowie den Um- und Neubau des Hallenbades im Badezentrum „Aqua Sol“ hat die Stadt Fördergelder beantragt. Dazu hatte der Stadtrat im September beschlossen, entsprechende Fördergelder aus dem Bundesprogramm zu beantragen.

Das zuständige Bundesministerium für Inneres, Bauen und Heimat wollte ursprünglich schon Mitte Oktober über die Vergabe der insgesamt 100 Millionen Euro, die bereit gestellt werden sollen, entscheiden. Doch unter anderem wegen der Vielzahl von Anträgen wurde die Bewerbungsfrist verlängert. Nun erhalten die Kommunen, die Anträge gestellt haben, erst im Frühjahr 2019 Bescheid, ob sie Fördermittel für ihre Projekte erhalten oder nicht. Zu den Kommunen, die sich derzeit in Geduld üben müssen, zählt auch Grefrath. Die Niersgemeinde hat Fördergelder für die Sanierung der Fassade des Eissportzentrums beantragt.

Im Kempener Rathaus prüft man jetzt, ob der vorgezogene Baubeginn auf dem Tönisberger Sportplatz wegen der Kampfmittelsuche die erwünschte Bundesförderung für das Projekt möglicherweise gefährden könnte. Experten gehen allerdings davon aus, dass dies wegen der besonderen Situation der Suche nach einer Weltkriegsbombe nicht der Fall sein wird.

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