Stadt Kempen: Kempener Krankenhaus hat neue Abteilung für Schmerztherapie

Stadt Kempen : Kempener Krankenhaus hat neue Abteilung für Schmerztherapie

Seit 1. Februar leitet Dr. James Allen Blunk das neue schmerztherapeutische Zentrum am Hospital zum Heiligen Geist. Damit soll abteilungsübergreifend Schmerzpatienten geholfen werden.

Immer mehr Menschen leiden unter chronischen Schmerzen. Vor allem Rückenschmerzen gelten inzwischen als Zivilisationskrankheit und stehen statistisch betrachtet bei den vielen unterschiedlichen Formen des Schmerzes an erster Stelle.

Dabei gibt es "den" Rückenschmerz an sich nicht, die Ausprägungen sind von Betroffenem zu Betroffenem höchst unterschiedlich. Patienten haben oftmals einen langen Leidensweg hinter sich, sind von Arzt zu Arzt, von Therapeut zu Therapeut gelaufen, bis sie endlich Linderung oder Heilung erfahren. Nicht immer ist die Operation der Königsweg, auch wenn sie in vielen Fällen als Mittel der Wahl angewandt wird.

Das Kempener Krankenhaus sagt jetzt den Schmerzen den Kampf an. Das seit Anfang 2012 zur Artemed-Klinikgruppe gehörende Hospital hat ein eigenes schmerztherapeutisches Zentrum gegründet, in dem jetzt Ärzte, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten gemeinsam zum Wohle der Patienten tätig sein wollen. Dabei arbeiten auch die Mediziner abteilungsübergreifend. Ein solches Zentrum gibt es bislang eher an größeren Krankenhäusern wie Universitätskliniken.

Dort hat auch der neue Kempener Chefarzt Dr. James Allen Blunk Erfahrungen in der Schmerztherapie gesammelt. Der 45 Jahre alte gebürtige Amerikaner, der in Franken aufgewachsen ist, kommt von der Uniklinik Köln. Dort hat er bereits eine Schmerztherapie-Abteilung geleitet. Die Ursachen, die genaue Entstehung und letztlich die Behandlung des Schmerzes sind Fragen, mit denen sich Blunk während seiner gesamten medizinischen Laufbahn beschäftigt hat.

Der Anästhesie-Facharzt mit den Zusatzqualifikationen in spezieller Schmerztherapie und spezieller Notfallmedizin will gemeinsam mit seinen neuen Kollegen am Kempener Krankenhaus ein Schmerzzentrum aufbauen, das regional ausstrahlen soll. Denn eine solche Einrichtung gibt es nach Angaben des Hospital-Geschäftsführers Dr. Clemens Guth an vergleichbaren Häusern am gesamten Niederrhein.

Zunächst wird sich Blunk schwerpunktmäßig um Patienten mit Rückenschmerzen kümmern. Und dabei will er mit dem Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, Prof. Dr. Kai-Michael Scheufler, eng zusammen arbeiten. Der hat festgestellt, dass viele Patienten mit Rückenschmerzen gar nicht operiert werden müssen.

Ihnen mit ambulanten Angeboten oder einer stationären Schmerztherapie besser geholfen werden. Bei der Therapie sollen auch die niedergelassenen Ärzte einbezogen werden. Das Hospital will dazu eine so genannte Schmerzkonferenz einrichten.

(RP)
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