Kempener Grüne verleihen Steckenpferd an Christian Eloundou

Kempen : Grüne verleihen „Steckenpferd“ an Christian Eloundou

Mit dem „Steckenpferd” zeichnen die Kempener Grünen in jedem Jahr Bürger aus, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich engagieren. Am Sonntagmorgen erhielt Christian Eloundou im Restaurant „Ela“ den Wanderpreis, der in diesem Jahr mit 250 Euro dotiert ist.

Geehrt wurde er für sein Entwicklungshilfsprojekt „Haus der Sonne”, welches sich vor allem um Kinder und Jugendliche in Kamerun kümmert. In ihrer Laudatio ließ Alexa Bernards-Niermann noch einmal die verschiedenen Stationen im Leben von Eloundou Revue passieren.

Er wurde 1974 in Kamerun geboren. Durch eine Wetterkatastrophe verlor er seine Familie. Drei Monate schlug er sich als Jugendlicher auf der Straße durch, bis er auf einen Priester traf, der ihn bei sich aufnahm und ihm wieder Halt und Stärke gab. Eloundou war so beeindruckt von dessen Tätigkeit, dass er selbst eine Zeitlang mit dem Gedanken spielte, Theologie zu studieren. Dann entschied er sich doch für ein Studium der Elektrotechnik und arbeitete in der Druckerei eines Verwandten.

Als er sich mit einem Betrieb selbstständig machte, fing sein politisches Engagement an. Heimlich wurden bei ihm Flugblätter gegen die Regierungspolitik gedruckt. Neben seinem Beruf und diesem Engagement machte er sich auch im Taekwondo-Sport einen Namen. Schließlich brachte er es sogar zum Trainer und Weltmeister in diesem Sport. Reisen nach Europa bestärkten ihn, hier aufgrund der schwierigen politischen Umstände in Kamerun Asyl zu suchen.

Seiner Beharrlichkeit und der Unterstützung durch Anita Schreieck vom Arbeitskreis Menschenrechte und Asyl ist es zu verdanken, dass ihm dies gelang. Seit 2017 ist er deutscher Staatsbürger. So konnte er auch seine Familie nachholen. Nicht vergessen konnte er aber die Jahre mit Verfolgung, Gefangennahme und Folter in Afrika. Daher ist es ihm umso wichtiger, den Menschen heute dort zu helfen. Im „Haus der Sonne” erhalten Kinder und Jugendliche Unterstützung für eine gute Ausbildung, aber ebenso eine geregelte warme Mahlzeit am Tag.

Wichtiges Ziel sei ihm immer gewesen, so Alexa Bernards-Niermann, dass die Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive bekommen, damit sie nicht die lebensgefährliche Flucht per Schiff oder durch die Wüsten antreten müssen.

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