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Kempener Firma AC Aircontrols nimmt an Ideenwettbewerb zu Covid-19 teil

Unternehmen AC Aircontrols : Kempener entwickeln Beatmungsgerät

Die Firma „AC Aircontrols“ ist im Finale eines internationalen Ideenwettbewerbs für die Behandlung von Covid-19. Ziel ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Betroffene weltweit zu lindern.

Die Firma „AC Aircontrols“ aus Kempen meistert seit zwei Monaten eine große Herausforderung. Das Unternehmen nimmt an einem Ideenwettbewerb teil, den die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Munich Re und die Fraunhofer-Gesellschaft ins Leben gerufen haben. Die Kempener Firma ist seit 2002 im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen ansässig und erfahren in der Entwicklung, Produktion und Zertifizierung innovativer Medizintechnik im Bereich der Beatmung, Atemtherapie und Anästhesie.

Ziel des Wettbewerbs ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Betroffene weltweit zu lindern. Die Aufgabenstellung: Die Unternehmen sollen in nur zwei Monaten ein nicht-invasives Beatmungsgerät für Covid-19-Patienten entwickeln, das sich mit einem 3D-Drucker herstellen lässt. Damit soll die Medizin in Staaten unterstützt werden, die technisch nicht weit genug fortgeschritten sind, um selbst Beatmungsgeräte zu entwickeln. Das Produkt muss frei von Eigentumsrechten sein, damit ärmere Länder leicht darauf zugreifen können.

„AC Aircontrols“ entwickelt und produziert elektronische und pneumatische Steuerungen für Beatmungs-, Notfallbeatmungs- und Anästhesiegeräte. Der Schwerpunkt liegt auf Beatmungsgeräten für die Sauerstoffversorgung von Früh- und Neugeborenen sowie schwerstkranken Patienten. Die Systeme finden Anwendung sowohl in Kliniken als auch in der Notfallmedizin. Die Firma beschäftigt aktuell 17 Mitarbeiter. International ist sie mit einem zweiten Standort in Dublin/Ohio (USA) vertreten.

Am Mittwoch liefert das Kempener Unternehmen das von ihm und Wissenschaftlern der Fraunhofer-Institute ITEM und IAPT entwickelte Gerät nach Zürich, am Donnerstag werden die Geräte der drei Teilnehmer einer Jury präsentiert. Ende der Woche oder Anfang der darauffolgenden Woche dürfte dann feststehen, wer gewonnen hat. Ursprünglich haben 60 Firmen an dem internationalen Wettbewerb teilgenommen. Unter die letzten drei Wettbewerber kamen neben „AC Aircontrols“ aus Kempen eine Firma aus Neu Delhi in Indien und ein Unternehmen aus San Diego in den USA.

Seit zwei Monaten arbeiten Mitarbeiter von „AC Aircontrols“ an sieben Tagen in der Woche jeweils 14 bis 15 Stunden, um aus dem Wettbewerb als Sieger hervorzugehen. Die Hardware ist fertig, an der Software wird in diesen Tagen noch gearbeitet. Das bereits fertige Gerät hat Geschäftsführer Volker Sauerbaum nun dem Viersener Landrat Andreas Coenen, dem Kempener Bürgermeister Volker Rübo, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Viersen, Thomas Jablonski, und der Presse vorgestellt.

Bei dem von „AC Aircontrols“ entwickelten Gerät wird die Atmung des Patienten erleichtert und unterstützt, er atmet dabei aber auch noch selbst. Diese Art zu beatmen hat sich als für den Patienten wesentlich vorteilhafter herausgestellt als zum Beispiel das in den USA bevorzugte Verfahren im Wege der Anästhesie, berichtete Sauerbaum. Das Gerät, das jetzt bei „AC Aircontrols“ entwickelt wird, wurde zwar ausdrücklich für die Coronavirus-Erkrankung Covid-19 in Auftrag gegeben, kann aber auch bei anderen Erkrankungen zum Einsatz kommen.