Kempener Feuerwehr hat Generalversammlung

Generalversammlung : Abschied für Ferber und Eckerleben bei der Kempener Feuerwehr

Freitagabend war die letzte Generalversammlung der Gesamtwehr für den Ersten Beigeordneten und den Ordnungsamtsleiter der Stadt Kempen. Beide gehen im Sommer in Ruhestand.

Größere Nachwuchsprobleme hat die Freiwillige Feuerwehr in der Stadt Kempen nicht. Zählt man das Trommlercorps Schmalbroich und die Kinder- und Jugendfeuerwehr dazu, sind rund 360 Wehrleute aus den Löschzügen Kempen, St. Hubert, Schmalbroich und Tönisberg sowie der Löschgruppe Unterweiden aktiv. Darunter sind 332 Männer und 36 Frauen, die sich zum Wohl der Allgemeinheit einsetzen. Jetzt traf man sich zur Vollversammlung im St. Huberter Forum.

Für die ganz Jungen war der abendliche Termin natürlich zu spät. Denn 31 Kinder ab sechs Jahren machen derzeit bei der Kinderfeuerwehr mit, werden spielerisch an die Jugendfeuerwehr und an den dann folgenden aktiven Feuerwehrdienst herangeführt. „Macht doch die nächste Versammlung früher und baut dann nebenan ein Spiele-Paradies auf“, sagte schmunzelnd der für das Feuerwehrwesen zuständige Erste Beigeordnete der Stadt Kempen, Hans Ferber.

Ferber war es auch, der von den Wehrmännern den größten Beifall bekam. Denn für den Feuerwehr-Dezernenten, der zum 31. Dezember in Ruhestand geht und wahrscheinlich schon wegen Überstunden und Urlaub Mitte Juli aus dem aktiven Dienst bei der Stadtverwaltung ausscheidet, war es die Verabschiedung. „Ihr seid eine tolle Truppe, bleibt so und danke, dass ihr es mit mir über 20 Jahre lang ausgehalten habt“, sagte Ferber. Wehrführer Franz-Heiner Jansen sprach von einer stets außerordentlich guten Zusammenarbeit mit dem Dezernenten.

Dies gelte nicht nur für Ferber. Denn etwa zum gleichen Zeitpunkt hört Uli Eckersleben auf, der elf Jahre lang der Leiter des städtischen Ordnungsamtes war. Auch Eckersleben, für den die Feuerwehr ebenfalls immer eine Herzensangelegenheit war, verabschiedete sich. Auf Nachfrage nannte der Ordnungsleiter die zu erwartenden künftigen Neuanschaffungen für die Züge. So soll Mitte 2019 das neue Mannschaftstransportfahrzeug für die Kinderfeuerwehr da sein: „Ich hoffe, dass dann bis Ende des Jahres der neue Rüstwagen für den Kempener Löschzug und die beiden Löschfahrzeuge für Schmalbroich und Tönisberg eintreffen.“ In diesem Jahr wird außerdem der neue Gerätewagen Logistik ausgeschrieben, der beim Kempener Löschzug stationiert werden soll.

Eine weitere wichtige Investition in die Zukunft ist das neue Feuerwehrgerätehaus für die Schmalbroicher Wehr an der Ziegelheider Straße. Hier geht Löschzugführer Norbert Eidner davon aus, dass Mitte des Jahres alles fertig ist und dass das neue Domizil für die mehr als 50 Wehrmänner und -frauen bei einem Tag der offenen Tür am 30. Mai präsentiert werden kann.

Weiter mit dem Tätigkeitsbericht von Geschäftsführer Johannes Dicks: Es gab im vergangenen Jahr 318 Einsätze, davon brannte es 47 Mal. Meistens waren es so genannte Hilfeleistungen. So musste ein Pferd gerettet werden, das in Schmalbroich in die Schleck gesprungen war. Es waren aber vor allem die Sturmtiefs „Burglind“ oder „Friederike“, die zu zahlreichen Hilfseinsätzen führten. Im Berichtsjahr leisteten die Wehrleute insgesamt knapp 30.000 Stunden. Als „besonders unerfreulich“ stellte Johannes Dicks die 53 blinden und böswilligen Alarme heraus, größtenteils verursacht durch mangelhafte Brandmeldeanlagen. Außerdem wurden von den Hauptamtlichen und den Zivildienstleistenden der Rettungswache 11.058 Einsätze gefahren.

Zur Verfügbarkeit bei den Einsätzen sagte Wehrführer Franz-Heiner Jansen auf Nachfrage, dass es hier und da zu einigen Engpässen gekommen sei. Als gut bewertete er die Tatsache, dass etwa 20 Wehrleute bei Stadtverwaltung und städtischem Baubetriebshof beschäftigt seien, also tagsüber nahezu immer verfügbar seien. „Die vielen blinden Alarmierungen und so manche Bagatell-Einsätze tragen sicherlich nicht dazu bei, dass die Arbeitgeber immer bereit waren und sind, ihre Mitarbeiter dafür freizustellen“, meinte Jansen. Und er gab einigen Nörglern noch mit auf den Weg: „Kritisiert nicht nur hinter dem Rücken Entscheidungen von Stadt oder unseren Leitungskräften, sondern packt konstruktiv mit an.“

Unter den etwa 180 Mitgliedern bei der Vollversammlung waren neben vielen Kameraden der Ehren-Abteilungen auch Ehrenmitglied und Alt-Bürgermeister Karl Hensel sowie Kreisbrandmeister Rainer Höckels. Der Nettetaler lobte die Arbeit der Kempener Kameraden.

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