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Kempener Ferienalphabet - Z wie Zelten

Kempener Ferienalphabet - Z wie Zelten : Pfadfinder übernachten am liebsten in Sudan-Zelten

Viele verbringen ihren Urlaub diesmal in Deutschland. Immer mehr im Trend: Zelten und Camping, so der Tourismusverband NRW. Und was sagen die Pfadfinder? Die kennen sich schließlich aus mit Zelten.

Raus in die Natur. Abends am Lagerfeuer sitzen, das Holz knistern hören und nach einem erlebnisreichen Tag einfach mal abschalten. Auf zahlreiche Lagerfeuer-Erfahrungen können auch die Pfadfinder in Kempen zurückgreifen. „Bei uns wird viel gesungen, gewandert und abends gespielt“, sagt Christoph Goetschkes. Er ist im Vorstand der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, Stamm Kempen und hat jahrelange Erfahrung, wenn’s ums Zelten und das richtige Equipment geht. In Corona-Zeiten seien auf Zeltplätzen in NRW bei Reisen in Gruppen Hygienekonzepte vorzulegen, sagt der 25-Jährige.

In all den Jahren mussten die Pfadfinder Kempen nur ein Mal einen Tag eher vom Zeltlager zurückkehren. „Uns hat vor zwei Jahren Starkregen mit Hagel so sehr er­wischt, dass wir kleine Flüsse zwischen den Zelten hatten, alles war komplett durchnässt“, erzählt Christoph Goetschkes. Ansonsten sei Sonne immer gut, aber es dürfte nicht zu heiß sein, und natürlich wäre ein Zeltausflug ohne Regen immer angenehmer, so der Pfadfinder.

Es gibt viele verschiedene Arten von Zelten. „Ich empfehle ein Stoffzelt zu nehmen, kein Plastikzelt“, sagt Goetschkes. Stoffzelte hätten den Vorteil, ein besseres Raumklima zu haben, belastbarer bei Unwettern zu sein und würden länger halten. Wie teuer ein Zelt für eine vierköpfige Familie sein sollte, sei schwierig zu sagen, sagt der Pfadfinder.

Der Preis für ein Zehn-Mann-Zelt kann schnell bei mehr als 600 Euro liegen. „Das kommt darauf an, ob man jedes Jahr zelten möchte oder das einmalig ist und auch, wie lange man unterm Zelt schläft“, sagt Christoph Goetschkes. Die Pfadfinder haben Sudan-Zelte, die sind vorzugsweise weiß und werden weniger warm.

Grundsätzlich sollten Zelte regelmäßig belüftet werden, es sollte Laden zum Hochrollen geben und eine integrierte Bodenplatte, die sei aber kein Muss. Für ein optimales „Schlaf­erlebnis“ spielen der Schlafsack und die Matte, auf der man nächtigt, eine wichtige Rolle. „Es gibt ein großes Angebot an Schlafsäcken, da sollte man auf die Temperatur-Angaben achten“, sagt der Pfadfinder, der seit 2008 beim Stamm in Kempen ist. Dabei kommt es darauf an, welche Klimabedingungen am Zielort herrschen. Eine handelsübliche Isomatte sei eine gute Wahl, doch auch selbst aufblasende wären beliebt. Eine große Luftmatratze sei nicht notwendig.

In Deutschland ist Zelten frei in der Natur nicht erlaubt. Anders als in skandinavischen Ländern wie Schweden oder Norwegen, wo das so genannte „Jedermannsrecht“ gilt, wonach alle Menschen grundlegend die Wildnis nutzen dürfen. „Es gibt viele schöne Zeltplätze in ganz Deutschland, auch in Kempen haben wir einen“, sagt Christoph Goetschkes.

Jetzt in Corona-Zeiten sei es Vorschrift, die Sanitärräume auf Zeltplätzen in NRW zwei Mal täglich zu reinigen, und die Zahl der zugelassenen Leute pro Zelt sei auf die Hälfte reduziert, so der Vorstandsvorsitzende. Das gelte für Gruppen, nicht für Privatpersonen. Rundum sei Zelten ein tolles Erlebnis. „Da kommt es auf gute Stimmung an und dass es untereinander harmoniert. Schließlich sollte es im Nachhinein immer eine Geschichte geben, die man sich Jahre später noch gerne erzählt“, sagt Christoph Goetschkes und lacht.

Ein letzter Tipp vom Profi: „Immer dran denken, das Zelt vernünftig nachzuspannen, ansonsten wacht man vielleicht mit einer eingefallenen Unterkunft nachts auf“, so der Pfadfinder mit einem Augenzwinkern.