Stadt Kempen: Kempener Ärzte helfen in Namibia

Stadt Kempen : Kempener Ärzte helfen in Namibia

Artemed-Stiftung unterstützt Projekt für Kinder von HIV-infizierten Müttern.

Insgesamt 220 Kinder vom Säuglings- bis ins Vorschulalter versorgt das lokale Hilfsprojekt "Mount Sinai Centre" in Katutura, nördlich von Windhoek, Namibia. Ab sofort dürfen die Betreuer und Kinder auf tatkräftige Unterstützung des Hospitals zum Heiligen Geist in Kempen setzen: Für die Artemed-Stiftung waren Dr. Judith Corvin, leitende Oberärztin im Fachbereich Viszeralchirurgie, und der Krankenpfleger Martin Krüger jetzt in dem südafrikanischen Land unterwegs, um zu helfen.

"Das größte Dankeschön sind die freudig strahlenden Kinderaugen. Kinder, die sich freuen, wenn man sich um sie kümmert, mit ihnen spielt oder einfach, weil man da ist", sagten die beiden Mitarbeiter des Kempener Krankenhauses. Die Kinder, von denen hier die Rede ist, haben schon viel Leid gesehen. Sie sind Söhne oder Töchter von Müttern, die mit dem HI-Virus infiziert sind - oder, die selbst das Virus in sich tragen.

Diesen Kindern und deren Müttern helfen die Mitarbeiter des Mount Sinai Centre schon seit dem Jahr 2009. In Zukunft wird das Projekt auch aus Kempen unterstützt. Dr. Judith Corvin beschreibt: "Wir erklären, was nötig ist, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Wir behandeln die Betroffenen und sorgen dafür, dass sich das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Mütter und Kinder verbessert."

Gesundheitliche Aufklärung ist die eine, wirtschaftliche Entwicklung die andere Säule. Denn HIV und Armut sind nach wie vor eng miteinander verwoben. Das Mount Sinai Centre hilft den infizierten Müttern auch, sich eine eigene finanzielle Basis aufzubauen. So arbeiten die Betroffenen in der zum Centre gehörenden Bäckerei, dem Gemüsegarten oder einem der anderen Bereiche. Die Erwerbsarbeit ermöglicht feste Strukturen und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Das Team aus Kempen war bereits vor einigen Monaten in Namibia, um verschiedene Projekte unter die Lupe zu nehmen. Jetzt hat sich die Artemed Stiftung für die Unterstützung des Mount Sinai Centre entschieden. "Die Artemed Stiftung hilft weltweit beim Auf- und Ausbau von medizinischer Infrastruktur. Dieses Projekt in Katutura ist absolut sinnvoll und notwendig und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Aktiven vor Ort", so Stiftungsleiterin Dr. Veronika Hofmann.

Für Krankenpfleger Martin Krüger war der Aufenthalt in dem afrikanischen Land "ein echtes Schlüsselerlebnis". "Es liegen Welten zwischen der Situation, die wir hier kennen, und dem Leben in Namibia." Ob er wieder hinfahren würde? "Unbedingt", sagt Krüger. Und auch Dr. Judith Corvin ist überzeugt: "Der Einsatz in Afrika gibt mir persönlich Kraft und Motivation." Die nächste Reise ist tatsächlich schon geplant. "Dann können wir sehen, welche Früchte unsere Arbeit getragen hat", freuen sich die Kempener Mediziner.

(RP)
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