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Kempen will Geflüchtete aus Afghanistan aufnehmen

„Humanitäre Verpflichtung“ : Kempen will Geflüchtete aus Afghanistan aufnehmen

Die Stadt Kempen will aus Afghanistan geflüchtete Menschen aufnehmen. Wie Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) in der jüngsten Ratssitzung mitteilte, sei die Stadt gerade dabei zu berechnen, wie viele Geflüchtete sie aufnehmen könnte.

Die Fraktion ÖDP/Linke hatte für die Ratssitzung einen Dringlichkeitsantrag gestellt und beantragt, dass die Stadt sich „umgehend und öffentlich dazu bereit“ erklären solle, „besonders schutzwürdige Geflüchtete aus Afghanistan aufzunehmen“ und dazu freie Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften zu nutzen. „Die aktuelle Krisensituation in Afghanistan erfordert von uns als Stadt die Bereitschaft zu handeln und Menschen in Not zu helfen, die vor Ort durch den Vormarsch der Taliban in eine schwierige und lebensgefährliche Situation gerieten“, hatte der Fraktionsvorsitzende Jeyaratnam Caniceus den Antrag begründet.

Der Rat der Stadt habe sich in den vergangenen Jahren an der Aufnahme von Geflüchteten beteiligt. Nicht zuletzt durch das Bekenntnis des Rates zum Bündnis „Städte sicherer Häfen“ habe sich Kempen als Stadt der Menschenrechte zu dieser besonderen Verantwortung bekannt, so Caniceus: „Die aktuelle Krisensituation in Afghanistan erfordert von uns als Stadt die Bereitschaft zu handeln und Menschen in Not zu helfen, die vor Ort durch den Vormarsch der Taliban in eine schwierige und lebensgefährliche Situation gerieten.“ Wie Sozialdezernent Bennet Gielen in der Ratssitzung mitteilte, habe die Stadt sich bereits im Bündnis „Städte sicherer Häfen“ bereiterklärt, afghanische Ortskräfte und ihre Familien aufzunehmen. „Wir sehen das als unsere humanitäre Verpflichtung an“, erklärte Gielen. Darüber habe die Stadt auch bereits die Bezirksregierung Arnsberg, die für die Zuweisung von Flüchtlingen zuständig ist, informiert. Gielen sicherte zu, in einer der nächsten Ausschusssitzungen einen Bericht zu geben.

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Das Bündnis „Städte sicherer Häfen“ wurde 2019 gegründet. Ihm gehören Kommunen, die sich bereit erklärt haben, zusätzlich Menschen aufzunehmen, die aus Seenot gerettet wurden oder in überfüllten Aufnahmelagern leben.