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Kempen: Verlagshaus te Neues startet Sanierungsverfahren

Kempener Familienunternehmen : Verlagshaus te Neues hat Insolvenzantrag gestellt

Der Kempener Traditionsverlag te Neues Media GmbH & Co KG hat beim Amtsgericht Krefeld Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen will sich in Eigenregie bis zum Jahresende sanieren.

Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Geschäftsführung hat die rund 35 Mitarbeiter am Hauptsitz in Kempen und den beiden deutschen Standorten München und Berlin über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer seien während des vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens für drei Monate über die Agentur für Arbeit gesichert, hieß es. Die Auslandsgesellschaften der te Neues Media-Gruppe sind von der Insolvenz nicht betroffen.

Die te Neues Media GmbH & Co. KG ist die Kerngesellschaft der Medien-Gruppe. Die Familie hat sich aus dem Geschäft weitgehend zurückgezogen. Uwe Kießling, Geschäftsführer der te Neues Media GmbH & Co. KG, betonte am Mittwoch, dass im Unternehmen der Betrieb während des Sanierungsverfahrens „ganz normal“ weitergehen soll. „Alle Projekte sollen pünktlich und in der gewohnten Qualität fortgeführt werden“, sagte er.

te Neues hatte bereits Ende vergangenen Jahres einen Restrukturierungsprozess beschlossen. Die Gespräche seien vielversprechend verlaufen, hieß es jetzt. Allerdings sorgte die Corona-Krise für einen erheblichen Umsatzeinbruch, „da der Handel mit Bildbänden hauptsächlich im stationären Buchhandel stattfindet und deshalb nicht über den Online-Handel kompensiert werden konnte“, so das Unternehmen. Angesichts dieser Entwicklung sei ein Neuanfang über ein so genanntes Eigenverwaltungs-Verfahren „die bestmögliche Lösung“. Zurzeit prüfe die Geschäftsführung mit externen Beratern, welchen Weg man für die geplante Sanierung gehen will: eine Investorenlösung oder ein Vergleich mit den Gläubigern über einen Insolvenzplan.

Das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung wird durch einen gerichtlich bestellten Sachwalter begleitet. Der vertritt die Interessen der Gläubiger und überwacht die Sanierung. Vorläufiger Sachwalter ist Peter Minuth von der Düsseldorfer Kanzlei Piepenburg.