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Kempen und seine Gebäude im Bauhaus-Stil

Architektur : Kempen und seine Bauhaus-Gebäude

In diesem Jahr begeht Deutschland das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses – einer Kunst- und Gestaltungsschule, die 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet wurde. Das Bauhaus wollte mit seiner „Neuen Sachlichkeit“ Kunst, Technik und Handwerk zusammenführen. Es lieferte wichtige Impulse für die moderne Architektur – auch in Kempen. Ein Überblick.

In Kempen hat der Architekt Hans Topoll mindestens zehn Gebäude errichtet, die den Stil des Bauhauses verkörpern oder zumindest von ihm beeinflusst sind. Er hat aber auch schlichtere Häuser gebaut wie die Landkrankenkasse, Moorenring 13. Topoll, 1892 in Krefeld-Bockum geboren, war ein Schüler von August Biebricher, der seit 1906 Professor an der Krefelder Werkkunstschule war und in Krefeld unter anderem das Moltke-Gymnasium baute.

Zunächst in Bockum als Bauzeichner tätig, wurde Topoll später eingetragenes Mitglied beim Bund deutscher Architekten. 1926 zog er von Bockum nach St. Hubert. Zwei Jahre später eröffnete er in Kempen, Hülser Straße 46, ein Büro. In einem aufwändigen Briefkopf bot er sich als Experten für Wohnungs- und Industriebau, Bauleitung und Bauberatung, Innenarchitektur und Kunstgewerbe an. Seine ersten Projekte galten der Kempener Nachbarschaft: Für Richard Schumacher errichtete er 1928 im Grefrather Bergerbruch die Gaststätte „Haus Bruch“ – seit dem 1. Januar 2015 ist das Lokal geschlossen. Seither wurde bei ihm die Gestaltung von Wohnhäusern mit Gaststätten zur Spezialität. So baute er in Kempen das Café Börgmann, Hülser Straße 14, um und das Hotel Tivoli gegenüber vom Bahnhof. Aus der Konditorei Schroers machte er das spätere Burg-Café.

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1929 setzte Topoll im St. Huberter Ortsteil Voesch, auf dem Pothenhof im Stadtfeld, für den Landwirt Josef Dörkes an die Stelle der abgebrannten Scheune einen Rindvieh- und Schweinestall mit überdachter Dungstätte. Dann zog der Ex-Krefelder nach Kempen und konzentrierte sich auf die Stadt, womit er den Höhepunkt seiner Karriere erreichte. Eine Reihe Kempener Häuser, die er in den Dreißigerjahren errichtete, präsentieren wir auf dieser Seite.

1930 wohnte der Architekt an der Von-Loë-Straße, wo er 1935 ein Kellerbüro in dem nach seinen Plänen errichteten Haus Nr. 17 bezog. Auch politisch wurde er aktiv. Topoll trat am 30. April 1933 – für Kempener Verhältnisse recht früh –– in die NSDAP ein und wurde Mitglied der SA, der nationalsozialistischen Sturmabteilung. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug er zum Kempener Wohnungsbau bei. Eines seiner letzten Projekte war das katholische Jugendheim am Oedter Pfad, ein sachlicher Zweckbau. 1957 starb Hans Topoll, 64 Jahre alt, in Kempen und wurde in der Familiengruft in Krefeld-Bockum beigesetzt. Im Fokus der Öffentlichkeit steht zurzeit das von ihm errichtete Burg-Café an der Thomasstraße, weil es einem Neubau weichen soll.