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Kempen: Tönisvorster Ehepaar beschenkt Kramer-Museum mit Spielzeug

Kramer-Museum Kempen : Tönisvorster Ehepaar beschenkt Kempener Museum mit Spielzeug

Aloys und Ingrid Kox geben 170 ihrer rund 7500 Exponate umfassenden privaten Sammlung ans Kempener Kramer-Museum ab. Ein anderer Teil ist bereits nach Grefrath gegangen.

Seine Sammlung wollte er nicht nach China oder Japan abgeben, obwohl es von dort durchaus Angebote gegeben hätte, sagte Aloys Kox am Freitag bei der Präsentation seiner Schenkung an das städtische Kramer-Museum in Kempen. Gemeinsam mit seiner Frau Ingrid hat der Tönisvorster in 40 Jahren rund 7500 historische Spielzeuge zusammengetragen. Und damit eine der umfangreichsten Sammlungen Deutschlands geschaffen. „Nur das Spielzeugmuseum in Nürnberg hat mehr“, sagte Kempens Bürgermeister Volker Rübo, der sich für die als Sachspende deklarierte großzügige Schenkung im Namen der Stadt bedankte.

170 Exponate haben Museumsleiterin Elisabeth Friese und ihr Team ausgesucht. Dabei konnten sie aus dem Vollen schöpfen. Obwohl große Teile der Sammlung bereits an andere Museen gegangen sind, darunter das Spielzeugmuseum in Grefrath. Denn immer noch reichlich gefüllt war eine Halle im Gewerbegebiet von St. Tönis, wo das Sammlerehepaar die Exponate derzeit untergebracht hat. Zuvor war die gesamte Sammlung in das große Einfamilienhaus in St.Tönis integriert gewesen. Als das Ehepaar vor einigen Jahren in eine Wohnung im Zentrum von St. Tönis umzog, reifte der Plan, die Sammlung aufzulösen.

Das Kempener Museumsteam wählte Stücke aus, die zur Sammlung bürgerlicher Wohnkultur im Erdgeschoss des Franziskanerklosters passen, also vorwiegend Stücke aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Bis auf Weiteres sind sie im kleinen Ausstellungsraum in der ersten Etage des Museums ausgestellt, teilweise in Kombination mit Wohnmöbeln aus dem Bestand. Irgendwann sollen sie auch im Erdgeschoss zu sehen sein.

Die Vielfalt ist groß. Da gibt es winzige Puppenservices, zum Benutzen zu zart, aber im Detail den großen Vorbildern nachgebildet: mit Goldrand, Blümchenmuster oder chinesisch anmutenden Landschaften. Mädchen durften mit Puppen spielen und sich an kleinen Kochherden und Miniaturnähmaschinen auf ihr Dasein als Hausfrau und Mutter vorbereiten. Auf dem Kasten mit den hölzernen Bauteilen sind hingegen nur Jungen abgebildet.

„Spielzeug ist immer ein Spiegel unserer Zeit“, sagt die Sachverständige Bettina Dorfmann aus Ratingen, die für alle Stücke Expertisen ausgestellt hat. Wirklich hübsch sind die Musikinstrumente für Kinder, eine Trommel, eine Geige oder ein Glockenspiel. Auch die seien absolut funktionsfähig, wie Museumsmitarbeiterin Doris Morawietz versichert. Einen besonderen regionalen Bezug haben zwei Puppenbetten aus der Bettenfabrik Arnold in Kempen, welche einst reguläre Krankenhausbetten herstellte.

Aloys Kox hofft, vielen Kempenern eine Freude mit dieser Schenkung zu machen. Manches Stück werde der eine oder andere eventuell noch aus seiner Jugend kennen. Ihn schmerzt der Ausverkauf von alten Stücken mit ideellem Wert, etwa bei der Sendung „Bares für Rares“: „Da fehlt die Wertschätzung.“