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Kempen/Tönisvorst: GdG Kempen/Tönisvorst gedenkt der Corona-Toten

Aktionen in Kempen und Tönisvorst : Eine Kerze für jeden Corona-Toten

In der Stadt Tönisvorst sind bislang 16, in Kempen 28 Menschen an Covid-19 gestorben. Ihrer hat die katholische Gemeinschaft der Gemeinden nun mit Kerzen und Glockengeläut gedacht.

Am Ende waren es 17 Kerzen, die am Fuß des Hochkreuzes auf dem St. Töniser Friedhof am Westring brannten. Beerdigungsleiter Karlheinz Galinski hatte eine Kerze für jeden Menschen aus Tönisvorst angezündet, der an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben ist. Als der Beerdigungsleiter das letzte Licht entzündete, läuteten im Turm der nahliegenden Pfarrkirche St. Cornelius die Totenglocken.

„16 Menschen sind in der Stadt an Covid-19 gestorben“, sagte der Beerdigungsleiter. „Die 17. Kerze erinnert an all die Opfer der Pandemie, die in der Statistik nicht erfasst sind.“ Auch auf den Friedhöfen in Vorst, Kempen und St. Hubert leuchteten an diesem Abend Kerzen. 28 Menschen sind in Kempen an Corona gestorben.

Die katholische Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Kempen/Tönisvorst war mit dem Aufstellen der Kerzen dem Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gefolgt, der den 18. April zum nationalen Corona-Gedenktag erklärt hat. Ursprünglich wollten die Kirchengemeinden der GdG zu einer öffentlichen Gedenkfeier einladen, aufgrund der steigenden Inzidenzzahlen wurde darauf aber verzichtet. Sieben Menschen waren dennoch an diesem frühen Abend zum St. Töniser Friedhof gekommen, um ein Gebet für die Toten und deren Angehörige zu sprechen.

„Viele Corona-Patienten mussten allein sterben“, sagte Karlheinz Galinski, „die Angehörigen konnten keinen Abschied nehmen.“ Mit den Kerzen am Hochkreuz sollte nun ein öffentlicher Raum zum Trauern angeboten werden. Auf einem Schild, das vor den Kerzen angebracht war, standen Fürbitten, die die Besucher in ihre Gebete aufnehmen konnten. Darin wurde um Frieden für die Verstorbenen gebeten, Genesung für die Erkrankten, Trost für die Trauernden, Hilfe für die Verzweifelten und Kraft für das Gesundheitspersonal.

Auch in den Gottesdiensten war am vergangenen Wochenende besonders der Verstorbenen und Leidtragenden der Corona-Pandemie mit Fürbitten, Texten, Kerzen und Gebeten gedacht worden.

(RP)