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Kempen: Serenaden-Konzerte in der Propsteikirche

Serenaden-Konzerte in der Propsteikirche : Mit Derks und Lindner: Klavier für vier Hände

Wie die erste stieß auch die zweite Sommerserenade auf großes Interesse. Wieder war das Mittelschiff voll gefüllt, wieder blieben die Bänke der Seitenschiffe nicht leer.

Klavier für vier Hände stand diesmal auf dem Programm. Gekommen waren die beiden Kempener Musikpädagogen Georg Derks und Stefan Lindner mit einem abwechslungsreichen Programm, das einen weiten Bogen von der Wiener Klassik über den französischen Impressionismus bis zu amerikanischen Synkopen-Rhythmen spannte.

Für die Moderation war Annemarie Hoff aus Berlin angereist. Um nicht zu übertreiben sei angemerkt, dass sie weder eigens hierfür aus Berlin kam, noch Kempen für sie Teil einer Tournee war. Es bestehen familiäre Beziehungen nach Kempen, die bei dieser Gelegenheit einmal fachlich genutzt wurden. Hoff gab interessante Hintergrund-Informationen zu den gespielten Werken. Bei Maurice Ravels Pavane durften die Zuhörer einmal den Unterschied erfahren, ob man ein Stück mit oder ohne Erläuterung hört. Derks und Lindner spielten es zu Beginn des Konzerts, dann gab es die Informationen und danach war das Werk noch einmal zu hören. Neben Ravel war Französisches noch mit Gabriel Faurés Berceuse vertreten, Klassisches mit Mozarts D-Dur-Sonate (KV 381).

  • Stadt Kempen : Orgelvirtuose von Rang in der Propsteikirche
  • Stadt Kempen : Orgelvirtuose von Rang in der Propsteikirche
  • Stadt Kempen : Barockes bei der Sommerserenade

Besonders gut eignete sich das Digital-Piano für die Jazz-Rhythmen. Zwei stammten von Manfred Schmitz (1939-2014), darunter eins aus dem „Jazz-Parnass“, für den der in Erfurt geborene Komponist mit dem Deutschen Musikeditionspreis ausgezeichnet wurde.

Die beiden Pianisten harmonierten als Duo glänzend miteinander, als Einzelspieler bewährten sich beide in je einem Stück, Derks mit einem irischen Folksong („My wild rose“), Linder mit einem Ragtime von Schmitz.

Abgerundet wurde das Programm noch durch drei Titel aus Leonard Bernsteins „West Side Story“, Astor Piazollas „Adiós Nonino“ und „Spain“ von Chick Corea. Mit Erfolg animierte Derks dabei das Publikum zu vokalen Einwürfen. Dafür, dass dies ganz spontan ohne Probe versucht wurde, klappte es schon recht gut.

Herzlicher Beifall erkannte die Leistung der beiden Pianisten an, die sich dafür mit einer Zugabe bedankten.

Am 1.August findet die nächste Sommerserenade statt, es ist zugleich die letzte in der Propsteikirche. Nach einer Pause geht es dann zum Abschluss der diesjährigen Reihe am 22. August, ebenfalls um 20 Uhr, in die Kapelle St. Peter. Wie gewohnt werden Mitwirkende und Programm vorher geheim gehalten.