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Kempen: Marktbeschicker kritisieren den Werbering

Kempen : Marktbeschicker kritisieren den Werbering

Die Kempener Wochenmarkt-Gemeinschaft lehnt zum Thema Weihnachtsmarkt ein Gespräch ohne Parteien und Stadtverwaltung ab. Die Händler möchten, dass der Wochenmarkt auf dem Buttermarkt bleibt.

Geht es nach dem Wunsch des Werberings, dann soll in der Thomasstadt der Weihnachtsmarkt 2021 in der gesamten Adventszeit auf dem Buttermarkt und der Wochenmarkt dienstags und freitags an der Burg oder anderswo stattfinden. Damit kann sich die Kempener Wochenmarktgemeinschaft mit ihrer Sprecherin Nina Nothofer an der Spitze überhaupt nicht anfreunden. Sie bezieht jetzt in einem Offenen Brief zu den jüngsten Presseberichten Stellung.

Beim runden Tisch im November sei beschlossen worden, dass der Wochenmarkt in der Adventszeit auf dem Buttermarkt bleibt und der Werbering nach Alternativen sucht. „Dieser Beschluss wurde bis jetzt vom Werberingvorstand ignoriert. Wir Marktleute wandten uns selber an Fraktionen, Stadt und Bürgermeister“, heißt es in dem Brief. Erst danach habe man Post vom Werbering mit einer Einladung zu einem Gespräch erhalten, um eine friedliche Lösung zu finden. Allerdings wurden die Politik und die Stadtverwaltung nicht eingeladen. Die Einladung wurde dankend abgelehnt, weil die Marktleute dieses Gespräch mit allen Beteiligten zusammen führen wollen: „Auf unsere höfliche Absage reagierte der Werbering bis heute nicht. Stattdessen werden wir von Kunden angesprochen, warum wir so engstirnig und zu keinem weiteren Gespräch bereit sind. Wir werden vom Werberingvorstand völlig unnötig in Erklärungs- und Rechtfertigungszwang gebracht, obwohl es bereits einen Beschluss gibt. Da die Angelegenheit für uns damit geklärt ist, gibt es keine Notwendigkeit für weitere Gespräche.“

Die Marktgemeinschaft, deren Mitglieder teilweise bereits in vierter Generation ihre Stände in Kempen aufbauen, betont ihre traditionelle Bedeutung für die Thomasstadt: „Der Wochenmarkt zieht Kunden in die Stadt. Selbst der Werbering bestätigt, dass wir Kundenmagnet für die Innenstadt sind.“ Selbst beim Lock-Down wegen der Corona-Pandemie habe man die Nahrungsmittelkette am Laufen gehalten. Die Weihnachtszeit sei auch der umsatzstärkste Zeitraum. Jeder verlegte Wochenmarkt weise eine Umsatzeinbuße von rund 30 Prozent auf: „Wir haben pro Jahr mindestens acht verlegte Märkte in Kempen. Jeder Händler weiß, was das heißt, wenn man ganze vier Wochen am Stück ein solches Minusgeschäft hat.“

Die Marktleute pochen weiter darauf, für den Weihnachtsmarkt einen alternativen Platz zu suchen: „Letztendlich geht es nur um Gewinnmaximierung und Profit für den Veranstalter. Wir waren immer bereit, ein offenes Gespräch zu führen, aber nicht, wenn auf unseren Rücken diese absurde immer wiederkehrende Antragstellerei vorgenommen wird. Wir berufen uns auf den Beschluss vom runden Tisch und des Ordnungsausschusses vom November 2019 und bitten um Einhaltung. Auf dem Buttermarkt sollen die Abläufe so bleiben, wie sie sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Veranstalter X-Dream bewährt und eingespielt haben.“

(hgs)