1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kempen: Laura Sielenkemper erhält Bestnote für Gerätentwicklung

Laura Sielenkemper bei der Firma Air Controls in Kempen : Bestnote für Geräteentwicklung

Laura Sielenkemper schrieb bei der Firma Air Controls in Kempen ihre Bachelor-Arbeit. Die Studentin der Hochschule Venlo entwickelte eine so genannte Lachgas-Analgesie-Einheit für die Geburtshilfe.

Ein Beispiel für eine gelungene Praktikantenvermittlung der Fontys Hochschule in Venlo an Kempener Unternehmen ist Laura Sielenkemper (25). Als die junge Frau, die aus Lünen stammt und heute in Kamp-Lintfort lebt, sich im Herbst vergangenen Jahres bei einem Unternehmerfrühstück des Unternehmerkreises Kempen (UKK) vorstellte, war der Geschäftsführer der im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) in Kempen ansässigen Firma Air Controls, Volker G. Sauerbaum, so von ihr angetan, dass er ihr eine Chance in seinem weltweit erfolgreich tätigen Unternehmen der Medizintechnik anbot. Das hat sich für beide Seiten gelohnt, denn Laura Sielenkemper schrieb im Unternehmen ihre Bachelor-Arbeit, bekam die sehr seltene Note 1,0 bei der Fontys Universität, und wurde bei Air Controls inzwischen fest angestellt.

Laura Sielenkemper stellte sich den Unternehmern damals gemeinsam mit zwei Studenten aus dem Business-Bereich vor, sie selbst vertrat den Technik-Bereich der Fontys Venlo. Sie präsentierte sich, indem sie von dem Verlauf ihres Studiums erzählte und sich dazu äußerte, wie sie sich ihre Zukunft vorstellte. Sie machte den Bachelor-Gang und belegte den besonderen Kombi-Studiengang Maschinenbau und Design (Engineering). „Ich bin ein praktisch veranlagter Mensch und möchte Geräte entwickeln, die nicht nur gut nutzbar sind, sozusagen Hand und Fuß haben, sondern dabei auch noch gut aussehen sollen“, betont die junge Frau.

Ihre Bachelor-Arbeit war eine so genannte Lachgas-Analgesie-Einheit, die in der Geburtshilfe eingesetzt werden soll, um werdenden Müttern die Geburt zu erleichtern. Zielgruppe für diese Geräte, von denen Firmenchef Sauerbaum hofft, etwa 40 bis 50 Stück pro Jahr produzieren zu können, sind vor allem Hebammen. Laura Sielenkemper hat ihr Gerät so entwickelt, dass Hebammen keinen medizinischen Hintergrund benötigen, um damit umgehen zu können.

„Die Fontys Hochschule legt großen Wert auf die so genannte Usibility, also die gute Nutzbarkeit und Anwendbarkeit der Produkte“, betont Janet Antonissen, die den Fontys Campus Kempen leitet und die Praktikanten der niederländischen Uni an deutsche Firmen vermittelt.

Volker Sauerbaum, der die Arbeit der jungen Frau begleitet hat, be­obachtet seit längerer Zeit den Markt. In den USA werden Lachgas-Analgesie-Einheiten ebenso wie in skandinavischen Ländern bereits mehr eingesetzt als in Deutschland. Aber auch hierzulande wird das Gerät im Bereich der Geburtshilfe künftig mehr verwendet werden, ist Sauerbaum sicher. Er wird jetzt die Zulassung des von Laura Sielenkemper entwickelten Geräts beantragen. Sauerbaum ist von seiner Mitarbeiterin begeistert, und auch sie ist froh, in einem erfolgreichen mittelständischen Betrieb arbeiten zu können, in dem sie in viele Aufgaben eingebunden wurde und bereits viel gelernt hat.