Kempen im Jahr 2019 : Müllgebühr stabil – Abwasser wird teurer

In Kempen ändern sich 2019 teilweise die städtischen Abgaben. In einigen Fällen müssen die Bürger tiefer in die Tasche greifen – etwa bei der Bestattung auf dem Friedhof oder der Straßenreinigung. Andere Tarife bleiben stabil.

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit dasselbe Spiel: Die Stadt- oder Gemeindeverwaltung legt der Kommunalpolitik einen ganzen Katalog von Gebührensatzungen zur Beratung und Beschlussfassung vor. Es geht dabei um Kosten, die die Bürger der Stadt oder Gemeinde für die Müllentsorgung, die Abwasserbeseitigung, die Straßenreinigung oder – im Falle des Falles – für die Bestattung eines lieben Angehörigen auf einem Gemeindefriedhof bezahlen müssen. In Kempen entscheidet der Stadtrat am morgigen Dienstag, 18. Dezember, in seiner letzten Sitzung dieses Jahres (ab 17 Uhr im Rathaus am Buttermarkt) unter anderem auch über die Gebührensatzungen. Nach den Vorberatungen und Beschlussfassungen im Haupt- und Finanzausschuss wird im Stadtrat über die einzelnen Positionen wohl nicht mehr großartig diskutiert. Im Fachausschuss folgten die Fraktionen ohne Diskussion den Vorschlägen der Stadtverwaltung.

Eine gute Nachricht vorweg: Die Müllabfuhr wird in Kempen im nächsten Jahr nicht teurer. Die Gebühren für die Abfallentsorgung bleiben 2019 unverändert. Erfreulich: Ab dem neuen Jahr wird eine 120-Liter-Biotonne angeboten. Diesen kleineren Behälter hatten sich viele Bürger, die nicht so viele Bioabfälle haben, gewünscht. Die Stadt erhofft sich mit der Einführung dieser Behältergröße eine noch bessere Akzeptanz bei der Trennung von Rest- und Bioabfällen. Die kleinere Biotonne kostet allerdings mit 30 Euro pro Stück genauso viel wie die 240-Liter-Biotonne. Der Grund: Das Entsorgungsunternehmen rechnet pro Tonne ab. Stichwort Entsorgungsunternehmen: Der Müll wird im Kempener Stadtgebiet auch künftig von der heimischen Firma Schönmackers Umweltdienste abgeholt. Das Unternehmen erhielt im Laufe dieses Jahres bei der öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag. Das sah zunächst nicht so aus, am Ende hatte Schönmackers aber das beste Angebot vorgelegt. Viele Kempener sind über diese Entwicklung erfreut.

Weniger erfreut sein werden die Kempener allerdings darüber sein, dass die Kosten für die Schmutzwasserentsorgung in 2019 steigen werden. Die Gebühren steigen von derzeit 2,29 auf künftig 2,68 Euro pro Kubikmeter. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist in diese Gebührenanhebung die erhebliche Steigerung des Beitrags eingepreist, den die Stadt für die Schmutzwasserreinigung an den Niersverband zahlen muss.. Für Benutzer, die unmittelbar von einem Entwässerungsverband zu Beiträgen für die Abwasserklärung herangezogen werden, sinkt der Satz dagegen leicht von 1,30 auf 1,26 pro Kubikmeter. Die Gebühren für die Benutzer von abflusslosen Gruben sinken je Kubikmeter Schmutzwasser von 6,59 auf 6,45 Uhr. In beiden letztgenannten Fällen sind allerdings nur wenige Grundstückseigentümer – insbesondere im Außenbereich – betroffen.

Deutlich mehr Haus- und Grundstücksbesitzer sind dagegen im Stadtgebiet von einer Kostensteigerung bei der Straßenreinigung betroffen. Nach Angaben der Stadt sind die Kosten für Fahrzeuge, Geräte und Personal beim Baubetriebshof auch durch Tariferhöhungen derart gestiegen, dass die Gebühren für 2019 angehoben werden müssen, um die Kosten decken zu können. Je Berechnungsfaktor – der ist bei der Klassifizierung der Straßen im Stadtgebiet unterschiedlich – steigt die Gebühr von 1,41 auf 1,52 Euro.

Tiefer in die Tasche greifen müssen auch diejenigen, die einen Angehörigen auf einem der städtischen Friedhöfe beerdigen möchten. Die Kosten steigen im Schnitt um zehn Prozent. So kostet die Sargbestattung in einem Wahlgrab künftig 480 Euro (2018: 440 Euro), die Beisetzung einer Urne 257 Euro (2018: 237 Euro), um nur zwei Beispiele zu nennen. Die Kostensteigerung ergibt sich nach Angaben der Stadt aus höheren Kosten bei gleichzeitig niedrigeren Bestattungszahlen. Die Stadt will mit dem 2016 geänderten Friedhofskonzept, das vor allem vielfältigere Bestattungsarten ermöglicht, verhindern, dass Kempener Bürger ihre Verstorbene in anderen Orten bestatten lassen, weil sie hier nicht die gewünschte Grabstätte finden.