Kempen: Hermann Schmitz, Gründer der Pro-Paraguay-Initiative, gestorben

Nachruf auf Hermann Schmitz : Die Hilfe für Bedürftige in Paraguay war sein Leben

Nach langer, schwerer Krankheit ist der Gründer der Kempener Pro-Paraguay-Initiative, Hermann Schmitz, gestorben. Zu seinen Stärken gehörte, auf andere Menschen zugehen zu können, sich für ihre Lebensumstände zu interessieren, ihren Alltag zu teilen und sich für sie einzusetzen.

Hermann Schmitz wurde 1942 in Duisburg als Sohn eines Verwaltungsbeamten geboren, studierte Romanistik, Sport und Pädagogik. Aufgrund seiner sehr guten Portugiesisch-Kenntnisse erhielt er ein Stipendium für die Universität Coimbra, die älteste Hochschule Portugals. Von 1968 an unterrichtete Schmitz an der damaligen Evangelischen Grundschule in Kempen. Sein Wunsch, an einer deutschen Schule im Ausland zu arbeiten, erfüllte sich in den 1970er-Jahren. Eine Stelle an der Goetheschule in Asunción, der Hauptstadt Paraguays, wurde frei. Hier verbrachte er mit seiner Ehefrau Ute und den Töchtern Birgit und Katrin vier Jahre.

Während dieser Zeit engagierte sich Familie Schmitz bereits für Bedürftige in dem südamerikanischen Land. Sie unterstützte eine Kinderstation in einem Armenhospital, nahm die bedrückende Armut und politische Unterdrückung der Bevölkerung durch eine Militärdiktatur wahr. Diese Eindrücke führten nach der Rückkehr nach Kempen zur Gründung der Pro-Paraguay-Initiative, die seither von vielen Kempener Bürgern unterstützt wird. Mit ihrer Hilfe wurden zahlreiche Projekte umgesetzt: In einem Großmarkt entstand ein Kinderhort, im Landesinnern eine Schule mit Unterricht in ökologischem Landbau. Es folgten Ausbau einer Kinderstation und die Errichtung einer Zahnarztpraxis mit kostenloser Behandlung in einem Elendsviertel – um nur einige Beispiele zu nennen. Für seinen Einsatz verliehen die Kempener Lions Schmitz den Thomas-Preis und die Grünen das „Steckenpferd“, eine Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement.

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