Gut Heimendahl 2024 ohne Feste Hoffest und Ritterlager fallen aus

Kempen · Auf Gut Heimendahl wird es in diesem Jahr kein Hoffest und auch kein Ritterlager geben. Der Grund: Das Genehmigungsverfahren wird immer komplizierter und aufwendiger. Man plant aber für 2025.

Hannes von Heimendahl: „Wir planen für das kommende Jahr.“

Hannes von Heimendahl: „Wir planen für das kommende Jahr.“

Foto: Norbert Prümen

Auf das letzte Maiwochenende haben sich schon zahlreiche Menschen gefreut. In ihrem Kalender stand das Hoffest auf Gut Heimendahl mit Land- und Naturleben inklusive Schafschur, Waldschule sowie einem bunten Markt. Doch das fällt in diesem Jahr aus, ebenso wie das Ritterlager, das sonst immer Ende Juni/Anfang Juli stattfindet. „Der Planungsaufwand für die Genehmigungsverfahren wird immer komplizierter, aufwendiger und teurer. Er nimmt eine Zeit in Anspruch, die wir auf dem Hof neben unseren täglichen Arbeiten, Landwirtschaft und Denkmalschutz, nur sehr schwer aufbringen können“, sagt Hannes von Heimendahl.

Dazu kämen die extremen Kosten der Verfahren und Genehmigungen – die man in seinen Augen nicht einfach auf den Eintrittspreis schlagen könne. „Es war schon nicht schön, nach Jahren ohne Eintritt, einen solchen zu verlangen. Wir können ihn nicht erhöhen“, betont er.

Das Fest sei ein Stück Teilhabe, mit dem man den Besuchern den Hof näherbringen wolle und so letztlich auch für seinen Erhalt sorge, sagt Hannes von Heimendahl. Benita von Heimendahl erläutert: „Unser Ziel beim Hoffest war es immer, die Menschen an der Landwirtschaft teilnehmen zu lassen. Mein Mann Julius und ich hatten vor mehr als 30 Jahren die Idee, die Besucher einfach zur Schafschur einzuladen. Vorbeikommen und schauen. Aus diesem Grundgedanken ist unser Hoffest entstanden.“

Später kam ein Gerber hinzu. Sie selbst setzte sich ans Spinnrad, und so wuchs das Fest Jahr für Jahr. „Sicherheitskonzepte haben dabei immer bestanden. Man achtete darauf, nichts für Rettungswagen und Feuerwehr zu zubauen. Wir hatten Ersthelfer vor Ort. Doch das reicht schon lange nicht mehr“, sagt Hannes von Heimendahl.

Allein für das zweitätige Fest müsse eine Nutzungsänderung für das Gelände beantragt werden. Dafür werde sogar ein Architekt benötigt. Man könne es mit einem Bauantrag vergleichen, erläutert der Gutsherr: Emissions- und Brandschutzgutachten, Verkehrskonzept – die Liste der Vorgaben ist lang. „Wir machen weder der Verwaltung noch dem Kreis einen Vorwurf. Sie müssen sich an die vorgegebenen Gesetze halten. Aber der Verwaltungsaufwand nimmt einem einfach die Kraft für die schönen Dinge des Lebens, wie das Hoffest und das Ritterlager“, sagt Benita von Heimendahl.

Hannes von Heimendahl spricht davon, dass konstruktive Gespräche mit dem Kreis Viersen und der Stadtverwaltung Kempen laufen würden. „Wir planen für das kommende Jahr“, sagt er. Wobei es Überlegungen gebe, das Hoffest und das Ritterlager im jährlichen Wechsel durchzuführen.

(tre)
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