Kempen: Fünf-Achs-Fräs-Drehmaschine für Firma Pfeiffer Chemie-Armaturenbau

Pfeiffer Chemie-Armaturenbau in Kempen : Neue Maschine sorgt für Quantensprung

Die Firma Pfeiffer Chemie-Armaturenbau GmbH am Hooghe Weg investiert eine Menge Geld. Das Unternehmen ist stets auf der Suche nach Lösungen zur Auskleidung von Metallen. Viele Kunden kommen aus der Chemie-Industrie.

An dem auffallenden gelben Gebäude am Hooghe Weg dürfte fast jeder Kempener schon einmal vorbeigekommen sein. Die wenigsten werden es betreten haben. Pfeiffer Chemie-Armaturenbau GmbH nennt sich die Firma, die hier seit über 40 Jahren ihren Sitz hat. Gegründet wurde sie fünf Jahre zuvor in Oedt. Das Unternehmen präsentiert technische Lösungen zur Auskleidung von Armaturen mit einem ganz speziellen Kunststoff zum Schutz gegen aggressive Stoffe wie Salzsäure. Seit vier Jahrzehnten sucht Pfeiffer nach technischen Lösungen für ständig neue Herausforderungen in verschiedenen Bereichen der Prozesstechnik. Pfeiffer ist eine hundertprozentige Tochter des Samson-Konzerns mit Hauptsitz in Frankfurt, hat über 200 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 35 Millionen Euro.

Die letzte Märzwoche wird ein Meilenstein für das Unternehmen. Es bekommt eine neue Fünf-Achs-Fräs-Drehmaschine. Der Preis liegt im niedrigen Millionenbereich. Produktionsleiter Bernd Jenner zeigt vorab die genaue Stelle in einer der Fertigungshallen, wo der „Koloss“ künftig seinen Stammplatz haben wird. Angefertigt wurde die Maschine in Pfronten, aus dem Allgäu wurde sie auch angeliefert. Sie soll rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb laufen. Die Mitarbeiter werden minutiös geschult, unter anderem am Herstellungsort.

Die rund drei Meter hohe Maschine ist ein wichtiger Bestandteil des dreistufigen Projekts, das die Firma seit einigen Jahren verwirklicht. Die Gesamtstrategie namens „Operation Excellence“ legt Wert darauf, sämtliche Prozesse und Systeme nach Effizienz auszurichten. In einem ersten Schritt ging es 2013 darum, Materialfluss und Wertstrom zu optimieren, um den Durchsatz zu erhöhen und Liegezeiten zu minimieren. Anschließend ging es um firmeninterne Organisationen und Prozesse. Beim Rundgang durch die Hallen fällt auf, wie sauber und aufgeräumt sich das Unternehmen präsentiert. Da liegt nichts ungeordnet herum. Es gibt auch für das kleinste Teil eine ganz bestimmte Planstelle, die entsprechend beschriftet ist.

Das dritte und letzte Teilstück nennt sich „Operation Excellence“. Es steht seit 2018 im Fokus. Bernd Jenner nennt die Elemente, die zum Tragen kommen: „Einsatz neuester Technologien, Informationsfluss und Digitalisierung“. Dazu gehört die teure Maschine, die jetzt geliefert und installiert wurde. „Sie ist ein Grundstein für weiteres Wachstum und optimale Fertigung am Standort Kempen.“ Erweiterungen des Maschinenparks sind für die nächsten Jahre ebenso geplant wie die Einstellung neuer Mitarbeiter.

Das ist sicherlich ganz im Sinne des einstigen Firmengründers Horst Pfeiffer. Er wohnt in der Nähe und schaut regelmäßig am Hooghe Weg vorbei. Im Alter von 15 Jahren begann er in Babelsberg in der Nähe von Berlin eine Lehre als Kesselschmied. Nach dem Mauerfall verließ er die DDR und begann eine zweijährige Lehre zum Schlosser und Metallbauer. Später machte er seinen Meister und machte ein Abendstudium in Betriebswirtschaft.

Er arbeitete in diversen Firmen und erkannte das Marktsegment der ausgekleideten Stellventile als vielversprechende Marktnische. Dafür interessierten sich besonders deutsche Chemiekonzerne. Bis heute.

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