Stadt Kempen: Kempen feiert den Frühling

Stadt Kempen: Kempen feiert den Frühling

Bei strahlendem Wetter war das Fest des Werberings ein voller Erfolg. Viele Besucher fanden den Weg in die Altstadt. Die Veranstalter gedachten aber auch der schrecklichen Ereignisse in Münster.

Schon am frühen Samstagnachmittag strahlte Werberingchef Armin Horst mit der Sonne um die Wette. Denn der erste wirklich sonnige, warme Tag lockte bereits in der Mittagszeit viele Besucher zum Frühlingsfest in die Kempener Altstadt. Mittelpunkt und Platz zum Plausch war der Buttermarkt. Hier kam man kaum durch, vor allem bei den von Markus Lunau flott moderierten Moden- und Produktschauen des Kempener Einzelhandels. Mode für die Dame und den Herrn, dazu viel Schmuck der inzwischen in Kempen reichlich vorhandenen Goldschmieden oder auch neueste Ideen für Radsportler wurden auf der Bühne von den Modells präsentiert. Die Showtruppe der Krefelder Tanz- und Sportschule "Mine Sports" brachte gute Laune mit. Da wurde selbst die Vorführung einer Küchenmaschine zum Erlebnis. Sie hätten gar nicht gedacht, dass man solche Sachen so toll präsentieren könnte, waren sich Ute und Achim Straeten von der Grünen-Fraktion im Rat einig. Inmitten der Besucherschar ließen es sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner mit seiner Frau gut gehen.

So eine kleine Pause zwischendurch ist gar nicht schlecht - und das sogar mit einem orthopädischen Rückenkissen. Foto: Kaiser Wolfgang

Überhaupt herrschte die gute Laune vor. Alan di Giovanni, ein Amerikaner, der seit drei Jahren in Kempen lebt, war ebenfalls von der schönen Atmosphäre angetan. "Das ist so gemütlich hier, alle Leute sind so freundlich heute" meinten die beiden. Dies hörte man übrigens immer wieder von den Besuchern. "Tut doch richtig gut. Das Wetter stimmt, man trifft viele Leute", sagten viele.

Wer wollte, konnte eine Zeitung vom Tag seiner Geburt kaufen. Das Interesse war groß. Foto: Kaiser Wolfgang

Im Großen und Ganzen stimmte auch das Angebot der Stände in den Straßen. "Mit den Ausreißern finde ich mich inzwischen ab", so Horst. Gut, man konnte gleich an drei Stellen den ultimativen Saftbecher mit Einsatz für Früchte finden. Auch der Staubsaugervertreter fehlte wie immer nicht. Dies aber auch, weil er Mitglied im Werbering ist und so ein Anrecht auf seinen Stand hat, so Horst.

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Die Kuhstraße hatte sich nicht nur in den Fenstern mit selbst geschaffenen Blumen aus Krepppapier herausgeputzt, sondern hier gab es auch jede Menge echte Blumen und Pflanzen. Den Händlern kam hier natürlich das schöne Wetter als beste Werbung entgegen. Auf der Ellenstraße war es ein weniger ruhiger. Aber trotzdem traf sich an den Ständen, vor allem bei den ausstellenden Künstlern, immer wieder ein interessiertes Publikum. Und wer Lust hatte, konnte sogar einen Garagentrödel um die Ecke erkunden. Ein Gang, der sich lohnte. Auf der Engerstraße zog ein Händler mit besonders schönen Sachen aus Holz die Blicke auf sich.

Da das Fest ja als Familienfest gedacht war, gab es Angebote für Jung und Alt. Kinder waren begeistert vom Trampolin auf dem Buttermarkt. Wobei allerdings der Preis von fünf Euro für einen Durchgang auf dem großen Teil manche Eltern abschreckte, ihren Kindern das zu ermöglichen. Dafür konnten die Kleinen auf Bobbycars auf der Judenstraße besser einen kleinen Parcours mit Hindernissen bewältigen und anschließend stolz mit ihrem Führerschein davonziehen. Auch das altmodische "Bärchen-Karussell" auf der Engerstraße erfreute sich großer Beliebtheit bei den Kleinen. Die erwachsenen Besucher kamen dann am Abend beim Konzert von "Anymore" auf ihre Kosten.

Bei aller Zufriedenheit und Freude über das gelungene Fest bewegten Armin Horst aber auch die schlimmen Nachrichten vom Attentat in Münster. Noch am Samstagabend hatte sich der Werberingvorstand mit den Rettungsdiensten, der Stadt sowie der Polizei über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen beraten. THW und die Hilfsdienste sowie die Firma Knott stellten spontan Laster zur Absicherung der Eingangsstraßen zur Innenstadt zur Verfügung. Aber langfristig könnten die Kosten solcher Maßnahmen die Durchführung großer Veranstaltungen in Kempen gefährden, sagte Horst im Gespräch mit unserer Zeitung. Abgesehen davon, dass Tests von Dekra und Tüv, die er regelmäßig verfolge, zeigten, dass auch aufgestellte Betonsperren wie an der Burgstraße keinem Laster Stand halten. Man müsse halt immer mit bedenken, dass im Unglücksfall Rettungsfahrzeuge schnell den Weg in die Stadt finden müssen. "Hundertprozentige Sicherheit werden wir nie erreichen", bedauert Armin Horst.

(sr)
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