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Kempen: Erste Abschlussfeier in der Gesamtschule

Kempen : Erster Abschluss in der neuen Gesamtschule

Die Gesamtschule Kempen demonstrierte, dass auch in Corona-Zeiten eine Zeugnisübergabe feierlich gestaltet werden kann. In der Mensa der Martin-Schule erhielt der erste Zehner-Jahrgang die Abschlusszeugnisse.

Girlanden an den Wänden, das Foto des Einschulungstages auf einer Staffelei und als Großaufnahme auf der Leinwand hinter dem Rednerpult zu sehen. Dazu die großen Buchstaben- und Zahlenluftballons „AK 20“. Die Abschlussklasse 2020 der Gesamtschule Kempen ist eine ganz besondere. Es handelt sich um den ersten Zehner-Jahrgang, der verabschiedet wird. Allerdings ist es keine Feier mit 170 Schülern und deren Eltern in den Räumen der Gesamtschule, sondern eine auf zwei Tage aufgeteilte Feier mit jeweils drei Gruppen in der Mensa der ehemaligen Martin-Schule. Die Corona-Schutzmaßnahmen müssen eingehalten werden. Sitzen mit Abstand und beim Gang nach vorne das Tragen einer Mund-Nasen-Abdeckung sind Pflicht.

„Klein und niedlich seid ihr bei der Einschulung vor sechs Jahren gewesen. Nun sitzen hier junge Erwachsene. Ihr seid und bleibt aber immer unser erster Jahrgang in der Gesamtschule Kempen. Ihr habt dazu beigetragen, dass der Start unserer neuen Schule so gut gelingen konnte“, beginnt Uwe Hötter seine Ansprache. Der Schulleiter erinnert an den ersten Schultag am 21. August 2014, der auch gleichzeitig der erste Tag der neuen Gesamtschule Kempen war. Eine Ansprache, die er insgesamt sechs Mal halten wird, wobei die Klasse 10 b in die Vorreiterrolle geschlüpft ist. Sie sind die Ersten, die im Beisein der Eltern die Abschlusszeugnisse aus den Händen ihrer beiden Klassenlehrerinnen Kornelia Heidemann und Annette Küppers erhalten. Und das mit einem kleinen Geschenk und musikalischem Rahmenprogramm.

Aber auch für die Lehrerinnen gibt es Geschenke. Judi und Nudam halten zwei identisch bepflanzte Blumentöpfe in der Hand. „Die sind für unsere beiden Klassenlehrerinnen. Sie waren immer für uns da und haben uns toll begleitet“, lobt Nudam. Die 16- und die 15-Jährige finden es zwar schade, dass es keine große Abschlussfeier mit allen Zehntklässlern geben kann, aber „wir sind froh, dass wir überhaupt eine feierliche Zeugnisübergabe haben. Unter diesen Umständen ist das sehr gut gemacht“, betont Judi.

Völlig entspannt sieht René die gesamte Situation. „Das ist doch kein Problem. Bis zum Abiturzeugnis wird sich das wohl geändert haben“, meint der 15-Jährige lächelnd. Auch seine Eltern sehen es locker. „Natürlich hätten wir uns eine Feier gewünscht, wie wir sie selbst einst hatten. Aber die Zeit gibt es derzeit nicht her. Wir sind froh, dass die Schule überhaupt etwas angeboten hat, an dem wir teilnehmen können“, sagt Jörg Baumann. Es wäre sehr schade gewesen, wenn man nicht hätte teilnehmen können, ergänzt Andrea Baumann.

„Es ist ein bisschen komisch. Man hat es sich anders vorgestellt. Aber unter den aktuellen Umständen ist es wirklich gut gemacht“, meint die 16-jährige Jolien, die sich, wie alle anderen auch, dem Anlass entsprechend festlich gekleidet hat. Für sie geht es dabei, wie für 69 weitere Schüler, mit der ersten Oberstufe der Gesamtschule weiter.

Info: Auf besondere Art verabschiedet das Luise-von-Duesberg-Gymnasium in Kempen seine Abiturienten. Für Freitag, 19. Juni, 16 Uhr, ist coronabedingt eine feierliche Zeugnisübergabe auf einer Bühne geplant, die ähnlich den bekannten Autokinos auf dem Parkplatz am Badezentrum „Aqua Sol“ an der Berliner Allee steht. Die Zeugnisübergabe erfolgt dort kontaktlos.