1. NRW
  2. Städte
  3. Kempen

Kempen: Einschulung ohne Mama und Papa?

Corona-Folgen in Kempen : Einschulung so feierlich wie möglich

Am 13. August beginnt für 1135 i-Dötzchen die Schulzeit in Kempen, Willich, Tönisvorst und Grefrath. Trotz Corona muss kein Schulanfänger auf eine festliche Einschulung verzichten. Die Schulleitungen haben sich einiges einfallen lassen.

Die Schultüte für den großen Tag steht bei vielen Familien mit Erstklässlern schon bereit. Vielfach ist sie sicher versteckt, damit die Schulneulinge sie nicht vor ihrem ersten Schultag sehen. Die Tüten warten auch noch auf ihre Befüllung mit allerlei Leckereien und Nützlichem. Der Tornister ist schon mit Federmäppchen und den ersten Heften bestückt. Und was am ersten Schultag angezogen werden soll, hängt bereits sorgfältig gebügelt im Kleiderschrank.

In den Familien fiebern i-Dötzchen und Eltern dem ersten Schultag entgegen. In einer Woche ist es so weit: Am Donnerstag, 13. August, starten die Erstklässler mit der Schule, wobei in der Grundschule Willicher Heide in Willich nicht alle den 13. August als Starttag im Kalender stehen haben. „Wir haben drei Eingangsklassen in unserem jahrgangsübergreifenden System und haben uns überlegt, dass wir die Einschulung auf drei Tage verteilen“, informiert Schulleiterin Liese Hawelka.

Eine große gemeinsame Einschulung aller Schulanfänger kann es in diesem Jahr aufgrund von Corona nicht geben. Jede Grundschule hat so nach Alternativen gesucht, um den Erstklässlern und ihren Eltern nichtsdestotrotz eine feierliche Einschulungsfeier zu ermöglichen. Schließlich ist es ein wichtiger Tag im Leben eines Kindes.

In der Grundschule Willicher Heide starten die ersten zwölf Erstklässler ihre Schullaufbahn bereits am Mittwoch, 12. August. Die nächsten zwölf folgen einen Tag später, und die letzten zwölf haben den 14. August als ersten Schultag im Kalender stehen. Terminlich geht es für alle Gruppen um 14 Uhr los.

Durch diese Entzerrung und die durch das jahrgangsübergreifende System bedingten kleinen Gruppen ist es möglich, dass jedes Kind vier Begleitpersonen mitbringen kann. „Wir haben uns das Ganze schon vor den Sommerferien überlegt und die Eltern entsprechend frühzeitig informiert“, sagt Hawelka. Jede der drei Gruppen erhält eine eigene Einschulungsfeier, allerdings mit dem gleichen Programm. Geplant ist die Veranstaltung bei schönem Wetter draußen, ansonsten geht es in die Turnhalle.

An Tischen mit ausreichend Abstand kann jede Familie für sich sein. Alles wird etwas kürzer als sonst gehalten. Der halbstündigen Veranstaltung, bei der die älteren Grundschulkinder unter anderem etwas vortragen und tanzen, folgt eine halbe Stunde in der jeweiligen Klasse. „Normalerweise würden wir die Eltern in dieser Zeit mit Kaffee und Kuchen bewirten. Darauf verzichten wir in diesem Jahr allerdings“, informiert die Willicher Schulleiterin.

In einem rollierenden Verfahren geht die Katholische Grundschule Tönisvorst mit ihren i-Dötzchen an den Start. Erst kommt die Klasse 1 a, dann gibt es eine Pause, und danach folgt die Feier für die Kinder der 1 b. Statt Einschulungsfeier mit Eltern, Großeltern und Co. im Familienzentrum Marienheim mit Gottesdienst in der Kirche, Schulbesuch und Elterncafé, organisiert vom Förderverein der Grundschule, wird es auf dem Schulhof einen ökumenischen Gottesdienst geben. „Danach gehen wir kurz in die Klasse, um die Klassenlehrerin kennenzulernen, bevor die Schüler und ihre Angehörigen wieder nach Hause entlassen werden, wo jeder dann noch persönlich feiern kann“, sagt Schulleiterin Sabrina Broll. Jedes Kind darf dabei zwei Begleiter mitbringen.

Bei der Abschlussfeier der vierten Klassen vor den Sommerferien setzte die Katholische Grundschule Tönisvorst auf das gleiche System. „Wir wollten den Eltern Planungssicherheit geben und haben sie daher entsprechend frühzeitig über die Einschulungsfeierlichkeiten informiert, damit sich jeder darauf einstellen kann“, sagt Broll.

An der Kempener Astrid-Lindgren-Grundschule, wo dreizügig gestartet wird, läuft die Einschulung ebenfalls am 13. Augst in einem rollierenden System. „Wir warten noch auf die genauen Vorgaben vom Ministerium. Bislang sieht es so aus, dass wir zwei Klassen um 9 Uhr und eine Klasse um 11 Uhr einschulen werden“, berichtet die Co-Schulleiterin Anke Fröhling. Die Feier mit Begrüßung und Theaterstück soll auf dem Schulhof stattfinden, der sich aufgrund seiner Größe für eine Einschulung mit viel Abstand anbietet. Auf eine Schulmesse verzichtet die Grundschule genauso wie auf eine Bewirtung der Eltern, während die Erstklässler ihre Klasse aufsuchen.

Die Schülerpaten, die bislang eine große Rolle gespielt haben und die die i-Dötzchen an ihrem ersten Tag durch die ganze Schule geführt haben, können aufgrund von Corona bei der Einschulung nicht dabei sein. Auch wenn der erste Schultag für die Neulinge an den Grundschulen diesmal anders ausfällt, so wird dies die Begeisterung der i-Dötzchen über den Start ins Schulleben kaum schmälern. Die Schulen tun alles dafür, dass es feierlich zugeht.