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Kempen: Die Feuerwehr plant Info-Veranstaltung zum Sirenen-Alarm

Kempen : Info-Veranstaltung zum Sirenen-Alarm

Die Kempener Feuerwehr will im Herbst die Bürger informieren. Derzeit werden die elf Sirenen-Anlagen in der Stadt im Auftrag des Hochbauamtes von einer Spezialfirma gewartet und getestet.

Viele Bürger der Thomasstadt erinnern sich noch gut an Sonntag-Nacht vom 21. Juni, als sie gegen 1.20 Uhr vom Sirenen-Alarm aus dem Schlaf gerissen wurden. Über den Notruf 112 war ein Wohnungsbrand im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Hammarskjöldstraße in der Neuen Stadt gemeldet worden. Für die Kempener Feuerwehr war dies ein Großeinsatz, mehrere Löschzüge rückten aus und eilten mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort. Auch Rettungsdienst und Notarzt fuhren zur Brandstelle, und das rechtzeitig. Ein 62 Jahre alter Mann wurde aus der Wohnung gerettet, er erlitt eine Rauchvergiftung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Weitere 15 Hausbewohner konnten unbeschadet gerettet werden.

Doch dieser Großeinsatz sorgte bei einigen Bürgern wegen des Sirenen-Alarms für Unmut. Sie beschwerten sich massiv, Wehrleute wurden beschimpft. Die Beschwerden wurden sogar über die Notrufnummer 112 an die Einsatzleitung gerichtet, was nicht erlaubt ist. Der Einsatz kam sogar bei der jüngsten Ratssitzung zur Sprache (die RP berichtete). Dabei rechtfertigte Feuerwehrchef Franz-Heiner Jansen den Einsatz der Sirenen, da man bei Bränden in Mehrfamilienhäusern immer vom Schlimmsten ausgehen müsse. „Mittlerweile hat sich alles wieder beruhigt. Viele Bürgen haben unseren Feuerwehrleuten gesagt, dass man Verständnis für den Einsatz der Sirenen habe“, sagte Jansen: „Besser 1000 Leute werden wach als dass ein Mensch nicht mehr wach wird.“

In dieser Woche sind erneut Sirenen-Signale in Kempen zu hören, allerdings nur kurz. Die Anlagen im Stadtgebiet auf dem Dach des Rathauses am Buttermarkt, auf der Feuer- und Rettungswache an der Heinrich-Horten-Straße, Am Selder 33 (Firmenstandort), an den Pumpstationen Kerkener und Magdeburger Straße, auf der Villa Basels (St.-Peter-Allee 32) am Forum St. Hubert (Hohenzollernplatz 19) sowie auf den Feuerwehrgerätehäusern in St. Hubert, Unterweiden, Schmalbroich und Tönisberg werden im Auftag des Hochbauamtes von einer Spezialfirma gewartet und getestet.

Für maximal zwei Sekunden wird pro Sirene der Alarm ausgelöst. Die Arbeiten sollen am heutigen Donnerstag beendet werden. „Das hat aber nichts mit dem Brand in der Neuen Stadt zu tun, sondern war schon länger in der Planung“, sagte Jansen. Jahrelang mussten die Kommunen wegen der immer besser werdenden digitalen Alarmierung keine Sirenen vorhalten. Das galt auch für die Stadt Kempen so. Dann gab es eine Kehrtwende des Gesetzgebers. Heute sind die Kommunen verpflichtet, wieder intakte Sirenenanlagen vorzuhalten. Viele Bürger wissen allerdings nicht, was die verschiedenen Sirenen-Töne bedeuten. Daher plant die Kempener Feuerwehr für den Herbst eine Informationsveranstaltung.