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Kempen: AOK lobt Gesundheitsversorgung im Kreis Viersen

AOK-Gesundheitsreport Kreis Viersen : Gute Noten für Gesundheitsversorgung

Die AOK hat ihren Gesundheitsreport 2020 vorgelegt: Für den Kreis Viersen ist die Entwicklung sehr positiv. Im Vergleich zu anderen Regionen hat sich die medizinische und pflegerische Versorgung deutlich verbessert.

Heinz Frohn, Regionaldirektor der Krankenkasse mit den meisten Versicherten im Rheinland, kennt die Gesundheitsversorgung im Kreis Viersen seit Jahren. Er hat immer wieder Schwachstellen und Defizite bei der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Menschen im Kreis Viersen benannt. Seit zehn Jahren stellt die AOK alljährlich einen Gesundheitsreport vor. Und die neueste Ausgabe 2020, die Frohn jetzt in der Geschäftsstelle der AOK in Kempen vorstellte, dokumentiert eine fast ausschließlich positive Entwicklung der Gesundheitsversorgung im Kreis Viersen.

Die Grundlage der Datenerhebung sind in erster Linie Zahlen, die die AOK bei ihren Versicherten selbst erhoben hat. Während die Frauen und Männer im Kreis Viersen die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen (Stichwort: Check-up 35) noch vergleichsweise zu wenig nutzen, ist die Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen im Kreis Viersen aus Sicht der Krankenkasse besonders vorbildlich. Bei der Untersuchung U 10 rangiert der Kreis Viersen hinter der Stadt Wuppertal rheinlandweit auf Platz zwei. Auch die Zahngesundheit bei Kindern ist AOK-betrachtet überdurchschnittlich gut. Für Regionaldirektor Frohn mit ein Beleg dafür, dass die Präventionsarbeit des Arbeitskreises Zahngesundheit in Kindergärten und Schulen Früchte trägt. Das Lob für die Kinder- und Jugendärzte im Kreis Viersen bezieht Frohn auch auf die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die unter ADHS leiden. Sie würden von den Ärzten verantwortungsvoll und gut begleitet.

Ein zentrales Thema des Gesundheitsreports 2020 ist Notfallversorgung in der Region: Auch im Kreis Viersen ist die Entwicklung laut AOK – bezogen auf 2018 – positiv. Die Zahlen ambulanter Notfälle sind unterdurchschnittlich, die der im Krankenhaus behandelten ambulanten Notfälle ist dagegen etwas höher. Das mag daran liegen, dass Notfallpatienten aus dem Viersener Ostkreis sich scheuen, zur Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen zu fahren. Von Tönisberg aus braucht man schon mal 45 Minuten, da ist man schneller in der Notfallambulanz des Kempener Krankenhauses. Besonders hoch ist der Anteil der Atemwegserkrankungen an den ambulanten Notfällen, die vom kassenärztlichen Bereitschaftsdienst im Kreis Viersen behandelt werden. Da liegt der Kreis knapp hinter der Stadt Krefeld und vor Städten wie Köln, Aachen oder Essen.

Die Einsatzzahlen beim Rettungsdienst, für den Notarzt oder für Transporte aus Pflegeheimen in Krankenhäuser sind bezogen auf den Kreis Viersen nicht besonders auffällig. Hier liegt der Kreis jeweils im Durchschnitt aller AOK-Regionen im Rheinland. Bei den so genannten Selbsteinweisern, das sind Patienten, die ohne Einweisung eines niedergelassenen Arztes als Notfälle stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, nimmt der ländlich strukturierte Kreis Viersen einen Spitzenplatz unter lauter Großstädten ein.

Deutlich verbessert hat sich aus AOK-Sicht die Versorgung von Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten im Kreis Viersen. Letztere liegen AOK-Direktor Frohn seit Jahren sehr am Herzen. Auf Verbesserungen hat er in zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen und Runden wie der Kreis-Gesundheitskonferenz immer wieder hingewiesen. Frohn hofft, dass das Kempener Krankenhaus den Zuschlag vom Land für eine eigene Neurologie erhält. Möglicherweise könnte dann dort eine so genannte Stroke Unit für die Akutbehandlung von Schlaganfallpatienten eingerichtet werden. Die gibt es noch nicht. Die Patienten müssen zur Behandlung in die umliegenden Großkliniken etwa nach Krefeld gebracht werden.

Bei der Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsdaten der AOK-versicherten Beschäftigten gibt es bezogen auf den Kreis Viersen keine negativen Auffälligkeiten.