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Kempen: 50 Jahre Lackwerke Peters

Mensch & Stadt : Lackwerke – ein Familienunternehmen

Die Lackwerke Peters sind 50 Jahre alt geworden. Das Unternehmen wurde seinerzeit in Krefeld gegründet und hat seit 1984 seinen Sitz in Kempen. Es gehört zu den Großen in seiner Branche.

„Wir sind ein globales Familienunternehmen.“ Auf diesen Nenner bringt Britta Schwartz das Jubiläum „50 Jahre Lackwerke Peters“. Was Firmengründer Werner Peters am 5. Januar 1970 mit dem Erwerb der Niederrheinischen Lackfabrik in Krefeld etablierte, hat bis heute in der dritten Generation Bestand. Mit dem Nischengeschäft der haarfein aufgetragenen hochauflösenden Lacke auf Leiterplatten hat es Peters zum Global Player geschafft.

Der 2017 im Alter von 85 Jahren gestorbene Pionier in Sachen Leiterplatten hat bei den Gesprächen der Familie am Mittagstisch dafür gesorgt, dass seine Tochter Brigitte und seine Enkelin Britta die Peters-Philosophie schon früh verinnerlichten. „Wir sind zwar gewachsen und beschäftigen heute 160 Mitarbeiter. Aber der familiäre Touch ist geblieben“, betont die 30-jährige Enkelin, die in Maastricht International Business studiert hat und nach zwei Jahren bei Henkel in Düsseldorf nun seit 2017 mit ihrem Verlobten Benjamin Alfes (30) in der Peters-Zentrale am Hooghe Weg 13 die Assistenz der Geschäftsführung bildet.

Ein ganzes Jahr hat die dritte Generation darin investiert, den wichtigen Markt in Ostasien von Shanghai aus zu sichten und darauf ausgerichtet eine strategische Feinjustierung vorzunehmen. „Brücken schlagen von Ost nach West, eine Integration der Basis Kempen in das globale Geschäft schaffen und das internationale Kundenspektrum sortieren“ – so umreißt Benjamin Alfes die China-Erfahrung. Der 30-Jährige, der in Aachen an der Technischen Hochschule Wirtschafts-Ingenieurwesen studiert hat, hat wie seine Verlobte 2009 am Kempener Luise-von-­Duesberg-Gymnasium (LvD) Abitur gemacht.

Den Austausch mit den so genannten Tigerstaaten Hongkong, Singapur, Taiwan und Südkorea pflegt Peters bereits seit Ende der 1970er-Jahre. Heute liegt der Produktionsanteil der bestückten Leiterplatten in Fernost bereits bei 80 Prozent, bei den unbestückten Leiterplatten sogar bei 90 Prozent. Da war es für Britta Schwartz und Benjamin Alfes selbstverständlich, die rund 20 Mitarbeiter in Shanghai, Malaysia, Taiwan und Hongkong – die in der zehn Jahre währenden Mitarbeit von Cousin Tim Schwartz in Asien rekrutiert wurden – näher kennen zu lernen und sich auf Land und Leute einzulassen. „Es ist dort alles sehr dynamisch“, beschreibt Britta Schwartz ihr Asienjahr. Während ihr Steckenpferd Supply Chain Management ist, hat ihr Verlobter eher die Produktion im Blick.

Mutter Brigitte und Vater Ralf macht es sichtlich stolz zu sehen, wie tief die dritte Generation bereits in die Peters-Zusammenhänge eingetaucht ist und sich mit dem innovativen Elektronikunternehmen identifiziert. „Sie haben klare Ideen, legen fundierte Planzahlen auf den Tisch und entwickeln das Unternehmen weiter“, sagt Brigitte Schwartz (57), die sich als Gesellschafterin um Personal und Finanzen kümmert. „Das Temperament der Jugend gepaart mit unserer Erfahrung – das ist ein super Cocktail“, bringt es ihr Ehemann Ralf Schwartz (58) auf den Punkt. Das Paar steht seit 33 Jahren geschäftsführend auf der Kommandobrücke und hat Peters mit einem motivierten Mitarbeiterstamm zum weltweit einzigen Komplettanbieter von Beschichtungsstoffen für die Elektronik gemacht.

Selbst über das aktuelle Jubiläumsjahr hinaus will Peters nicht um jeden Preis, sondern mit Augenmaß wachsen. Neben Italien steht mit der Schweiz gerade eine weitere europäische Dependance an. „Ich kenne jeden einzelnen Mitarbeiter“, betont Britta Schwartz und verweist auf die Peters-Werte Familie und Qualität. Dass sie und ihr Verlobter den gleichen langen Atem an den Tag legen wie ihre Eltern und Großeltern, daran lässt sie keinen Zweifel. Als Rennradfahrerin, die mit ihrem Partner am Wochenende gerne mal die 100-km-Schallmauer durchbricht, hat sie die Kondition und Kraft dazu.

Die wegen Corona ausgefallene Jubliäumsfeier soll 2021 nachgeholt werden. Die Pandemie trifft Peters zwar hart, immer noch haben die rund 140 Kempener Mitarbeiter freitags frei. Ralf Schwartz: „Bei Automotive gibt es Einbrüche. Dafür laufen Medizin und Industrie-Elektronik besser als vorher.“ Mit regelmäßig sieben Azubis setzt Peters auf die Jugend. Und will sich auch als Kempen verbundenes Familienunternehmen weiterhin einbringen, etwa im Förderkreis Kultur und Wirtschaft oder über das LvD in der Kooperation Schule – Wirtschaft.