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Keine Planungen für autofreien Marktplatz

St. Hubert : Keine Planungen für autofreien Marktplatz

Einen autofreien Marktplatz in St. Hubert wird es so bald nicht geben. Mit der Mehrheit von CDU, FDP und Freien Wählern lehnte der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz bei seiner Sitzung am Montagabend im Kempener Rathaus gegen 23 Uhr den Vorschlag der Stadtplanung ab, in Überlegungen zur Neugestaltung des Marktes im Ortskern des Kendeldorfs einzutreten.

Anlass war ein Bürgerantrag des St. Huberters Hubert Peuker, den Platz von Autos zu befreien und ihm so mehr Aufenthaltsqualität für die Bürger zu verschaffen. Peuker hatte bereits vor Jahren einen ähnlich lautenden Antrag gestellt. Der war damals von Stadt und Politik unter anderem mit Hinweis auf den knappen öffentlichen Parkraum im Ortskern abgelehnt worden. Der Markt müsse zudem für den Wochenmarkt und die dort stattfindenden Stadtfeste so bleiben, wie er ist.

An dieser Meinung hat sich vor allem aus Sicht der CDU nichts geändert. Man könne überlegen, ob man die alten mit Waschbeton eingefassten Beete modernisiere und mehr Platz für eine Außengastronomie schaffe, so Sprecherin Steffi Beyss im Ausschuss. Die Parkplätze ganz wegfallen zu lassen, sei aber den Einzelhändlern im Ortskern nicht zuzumuten, so die CDU. Der Parkdruck sei dort ohnehin schon sehr hoch. Im Übrigen seien die betroffenen Geschäftsleute bislang nicht einbezogen worden. Der Werbe- und Bürgerring St. Hubert hatte in den vergangenen Tagen Unterschriften gesammelt, um einen autofreien Marktplatz zu verhindern. Beim Kürbisfest am Sonntag waren entsprechende Listen ausgelegt worden. Rund 120 Unterschriften lagen am Montag schon vor.

Die Stadtplanung hatte angeboten, sich Gedanken über eine Neugestaltung des St. Huberter Marktes zu machen, wenn die Politik dies wünsche. Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox meinte: „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt für eine Neuplanung.“ Vorschläge hatte er aber noch nicht mitgebracht. SPD-Sprecher Lutz Strothmann betonte: „Es wird Zeit, diesen Platz zu verändern.“ Man solle nicht abwarten, bis ein Gesamtkonzept für den Verkehr im Ortskern stehe, sondern jetzt schon etwas machen. Dabei sollten die Bürger einbezogen werden.

FDP-Sprecher Cedric Franzes sprach mit Blick auf die Marktplatz-Umgestaltung von einem „Luxus-Problem“. Es sei den Bürgern nur schwer zu vermitteln, wenn sich die Stadt angesichts anderer gravie­render Probleme wie Schulsanierung, Kita-Ausbau oder Schaffung von bezahlbarem Wohnraum damit befasste. Ähnlich äußerte sich Udo Kadagies von den Freien Wählern.