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Keine Corona-Prämie für Hospital zum Heiligen Geist in Kempen

Krankenhäuser in Kempen und Tönisvorst : Keine Corona-Prämie für Hospital

Grund ist, dass im Kempener Krankenhaus bis Ende Mai weniger als 20 Corona-­Patienten behandelt wurden. Der Geschäftsführer findet das ungerecht: „Damit wird der enorme Aufwand, den wir seit März betreiben, völlig außer Acht gelassen.“

Die Bundesregierung hat die Corona-Prämie, die ursprünglich für Pflegekräfte im Krankenhaus vorgesehen war, für alle Krankenhausmitarbeiter erweitert, die während der Pandemie besonders belastet waren. Die Mitarbeiter des Hospitals zum Heiligen Geist in Kempen profitieren von den insge­samt 100 Millionen Euro allerdings nicht.

So erläutert Geschäftsführer Thomas Paßers: „Wir sind leider erst gar nicht in den Genuss dieser finanziellen Sonderzuwendung gekommen, da wir zwischen Januar und Ende Mai weniger als 20 covid-positive Patienten im Hospital behandelt haben.“ Hier unterstelle die Politik, dass dann die Belastung in der Versorgung von Corona-Patienten nicht so hoch gewesen sein könne. „Damit wird jedoch der enorme Aufwand, den wir seit Anfang März betreiben, und die erschwerte Versorgung auch von Nicht-Corona-Patienten völlig außer Acht gelassen, was ich problematisch und als ungerecht empfinde“, sagt Paßers.

Die Alexianer Krefeld GmbH, die das Krankenhaus in Tönisvorst betreibt, wollte zur Corona-Prämie keine Stellung nehmen. Zurzeit gilt in dem Krankenhaus an der Hospitalstraße ein striktes Besuchsverbot. Ausnahmen würden laut Angaben der Alexianer in besonderen Einzelfällen – in Palliativsituationen oder bei besonderem Betreuungsbedarf wie bei Kindern – zugelassen.

Je nach Lage würde für die Weihnachtstage eine kontrollierte Öffnung für Besucher ermöglicht, um die psychische Belastungssituation der Familien zu senken. „Oberste Priorität bei allen Entscheidungen hat jedoch der Schutz der Patienten und Mitarbeiter“, informieren die Alexianer.

In Kempen sind Besuche derzeit nur nach vorheriger Anmeldung möglich, zeitlich begrenzt auf 30 Minuten und nur mit FFP2-Maske. „Uns ist wichtig, dass wir sowohl die Empfehlungen des RKI als auch die Vorgaben der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW so gut wie möglich umsetzen“, sagt Geschäftsführer Paßers. „Das bedeutet, dass wir die Anzahl der Besuche grundsätzlich deutlich einschränken wollen, aber individuell auf die Patientenbedürfnisse bezogen die Anzahl der Besuche mit den Angehörigen abstimmen, damit niemand sozial isoliert wird.“

Vielen Patienten sei es gerade in der Ausnahmesituation eines Krankenhaus-Aufenthalts extrem wichtig, ihre Lieben an ihrer Seite zu wissen. Paßers: „Das wollen wir gerne ermöglichen, aber unter den aktuell möglichen Rahmenbedingungen.“

(emy)