Kehrtwende beim Altenheim in Kempen: Neubau am Schmeddersweg

Kempen : Altenheim: CDU sagt Ja zum Schmeddersweg

Nach einem intensiven Gedankenaustausch mit der Stiftung ziehen die Christdemokraten ihre Bedenken zurück.

Die CDU-Fraktion hat eine Kehrtwende vollzogen und ihre Bedenken gegen den Neubau eines neuen Altenheims am Schmeddersweg zurückgestellt. Sie hält aber trotzdem an ihrem Antrag fest, parallel auch den Standort East-Cambridgeshire-Park als Alternative im Auge zu behalten und zu prüfen.

Das ist das Ergebnis eines intensiven Gedankenaustauschs der CDU-Fraktion mit dem Geschäftsführer der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, Jürgen Brockmeyer. Die Stiftung ist Träger des Von-Broichhausen-Stifts und des Altenheims St.-Peter-Stift. Dabei hat Brockmeyer die Gründe eines Ersatzneubaus für das alte Von-Broichhausen-Stift, die bisherigen und aktuellen Planungen und die inzwischen eingetretene Eilbedürftigkeit erläutert. „Die Zeit drängt, mit dem Kreis als zuständige Aufsichtsbehörde haben bereits erste Planungsgespräche stattgefunden.“

Nicht nur die Erfüllung der Quote an Einzelzimmern, sondern auch ein erheblicher Sanierungsbedarf seien am jetzigen Standort nicht ausführbar. Es gebe keine Alternative zur zeitnahen Errichtung eines Neubaus, betont der Geschäftsführer. Die Stiftung halte an der Eignung des Standorts Schmeddersweg fest, vor allen Dingen könne dort zeitnah mit den Arbeiten begonnen werden.

„Eine kurzfristige und dauerhafte Sicherung der Heimpflegeplätze in Kempen hat absolute Priorität“, betont CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfried Bogedain und begründet so das Einlenken der Christdemokraten. Ob sich ein Neubau im East- Cambridgeshire-Park ohne Zeitverlust realisieren lasse, hänge davon ab, ob es sich kurzfristig politisch durchsetzen lässt und sich planerisch für eine Bebauung eignet. „Wir halten diese Fläche nach wie vor für sehr geeignet und einen verhältnismäßig geringen Eingriff in die Grünfläche ausschließlich für den Bau eines Altenheims für vertretbar“, sagt Bogedain.

Brockmeyer betont. dass der von der CDU ins Spiel gebrachte alternative Standort eine durchaus gute Überlegung sei – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass durch Planänderungen keine wertvolle Zeit verloren gehe. CDU und Stiftung sind sich nach ihrem Gedankenaustausch einig, dass die nächsten Planungsschritte durchaus parallel laufen könnten.

Die CDU kam nach ihrer Klausurtagung Ende Februar mit dem Gedanken zurück, den Verantwortlichen der Stiftung den Standort Schmeddersweg auszureden. Für die Stiftung stand eigentlich fest: Das neue Heim kommt an den Schmeddersweg. Dort hat die Stiftung ein geeignetes Grundstück. Den Standort Heyerdrink, der zwischenzeitlich auch einmal im Gespräch war, hatte die Stiftung aus Kostengründen verworfen.

Für den Standort East-Cambridgeshire-Park hat die CDU dann eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans beantragt. Das infrage kommende Grundstück liegt zwischen Oedter Straße und Fliethgraben und reicht von der Vorster Straße bis zum Waldstück in Höhe der Einmündung Parkstraße. Der neue CDU-Plan wurde seinerzeit auch von Bürgermeister Volker Rübo kritisiert. Man müsse mit dem Neubau vorankommen und dürfe die Planung nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben.

Der Standort East-Cambridgeshire-Park spielte übrigens auch in den Planungen der Stiftung einmal eine Rolle. Grund war die Nähe zum St.-Peter-Stift an der Auguste-Tibus-Straße und zum Senioren-Begegnungszentrum an der Wiesenstraße. Aus planungsrechtlichen Gründen wurden diese Überlegungen jedoch schon längst wieder verworfen.

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