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Karneval 2020: Rosenmontagszug in Kempen

Rosenmontagszug in Kempen : Pinke Entchen im Rennfahrer-Look

Mit rosa Vespas sorgen die Frauen des Kempener Karnevals-Komitees rund um Zugleiter Theo Balters beim Rosenmontagszug in Kempen für eine ungewöhnliche Spitze.

„Zugleiter“ steht in großen Buchstaben auf der Windschutzscheibe des taugrün-metallicfarbenen Fiats 500. Auf der Motorraumhaube prangt eine große Eins, und davor klebt eine knallgelbe Quietscheente im Rennfahreroutfit. Die Seitentüren sind hingegen mit dem Aufdruck „Kemp´sche Jecke Trecken mit Hybrid“ versehen. Daneben fällt der grüne Transportroller Ape ins Auge, der mit seinen Aufschriften ebenfalls klar macht, dass auch er zur Zugleitung gehört. „Das sind unsere Baggagefahrzeuge, aber der Knaller sind unsere Vespa-Fahrerinnen“, sagt Theo Balters und deutet hinter sich.

Aus dem St. Huberter Autohaus Rongen marschieren die Frauen vom KKV heraus. Sie alle stecken in einem etwas mehr als nur ungewöhnlichen Kostüm. Sie sind Vespas und Fahrerinnen in einem. Vor ihnen thront der Lenker mitsamt dem pinken Reifen. Hinten gibt es das Heck, das bei so mancher der Fahrerinnen liebevoll ausgepolstert ist, damit es fülliger wirkt.  Gefahren wird im gepunkteten Petticoat, samt passendem Schal und schwarzer Jacke. Der weitere Clou sind die pinken Perücken und die gleichfarbigen Sonnenbrillen sowie Handschuhe. Rock´n´Roll lässt grüßen. Wenn der Kempener Rosenmontagszug am Montag zieht, dann wird allein die Zugspitze schon ein Hingucker sein. Eigentlich wären die Frauen vom KKV irgendwo in der Mitte des närrischen Lindwurms mitgezogen, aber alles kam anders, weil Theo Balters für einen weiteren Rosenmontag die Zugleitung übernommen hat. „Eigentlich sollte mein Nachfolger schon antreten. Er musste aus privaten Gründen aber zurücktreten,  und so habe ich gesagt, dass ich nochmals als Zugleiter fungieren würde“, sagt Theo Balters. Das war für die Frauen das Zeichen, zusammen mit Theo Balters an der Spitze  mitzuziehen. Die Idee der Vespas kam auf, stellte die Fahrerinnen aber vor ein Problem. Wohin mit den Kamellen? Die umgehängte Tasche reicht nicht für einen ganzen Zugweg. „Ich fand, dass ein Fiat 500 perfekt zu den Rollern passen würde und habe kurzerhand beim Autohaus Rongen nachgefragt, ob sie uns unterstützen würden“, sagt Balters. Schließlich kennt man sich noch bestens aus der Zeit, als Theo I. in Kempen regierte. Damals stellte das St. Huberter Autohaus das Prinzenauto. „Wir waren sofort dabei“, sagt Anne Mewissen, Verkaufsberaterin bei Rongen. Diesmal wird mit dem schicken, 70 PS starken Fiat mit Hybrid-Technik ausgeholfen, der von Volker Balters gefahren wird.

Ingo Schmidt steigt derweil in seine Ape und fährt mit ihr Kamelle für den Nachschub. Theo Balters selber schlüpft ebenfalls in Vespa-Kostüm. Allerdings nicht in Pink, sondern in Schwarz. Das passe einfach besser, bemerkt er mit einem Augenzwinkern. Das Autohaus Rongen hat sich zudem noch etwas Nettes einfallen lassen. Sie haben Hunderte von quietschgelben Enten im Rennfahrer-Outfit mit rotem Helm organisiert, die beim Zug geworfen werden. Eine jede einzelne Ente trägt dabei das Skorpion-Logo von Abarth. „Das haben wir in mühevoller Handarbeit auf jede Ente geklebt“, sagt Anne Mewissen.

Sebastian Theis und Patrick Dierig gestalteten die Aufdrucke für die Fahrzeuge. So ausgerüstet rollen die zehn rosa Vespas sowie das schwarze Balters-Modell am Rosenmontagszug mit ihren beiden Bagagewagen an. „Als junges Mädchen habe ich eine orange Vespa gefahren. Jetzt ist es die spezielle pinke Variante“, meint Simone Willmen lachend.  Theo Balters hat sich fest vorgenommen, dass dies sein letzter Zug als Zugleiter wird. „Ich mache es gerne, da mir der Karneval am Herzen liegt. Aber es müssen einfach Jüngere ran. Ich werde einen Nachfolger suchen“, betont der 70-Jährige. Einem möglichen Nachfolger würde Theo Balters selbstverständlich zwecks Einarbeitung zur Seite stehen und gerne seine Erfahrung von vier Zügen einfließen lassen. Denn einfach ist es nicht, den alle drei Jahre stattfindenden Kempener Karnevalszug auf die Beine zu stellen. „Aber es macht riesig Spaß“, sagt der Zugleiter.