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"KaMa-Quartett" im "Campus" in Kempen

„KaMa-Quartett“ mit „A Love Supreme“ : Eruptiver und emotionaler Jazz im Kempener „Campus“

Das „KaMa-Quartett“ aus Osnabrück interpretierte die Suite „A Love Supreme“ von John Coltrane völlig neu. Nippy Noya unterstützte an den Percussions.

John Coltrane war einer der ganz Großen der Jazzmusik. Der Saxophonist revolutionierte den Jazz und gab ihm völlig neue Inspirationen. Er spielte noch mit dem legendären „Miles Davis Quartett“ zusammen und war 1965 Tenorsaxophonist des Jahres. Aus seiner Feder stammt die berühmte Suite „A Love Supreme“, die von dem jetzt im Campus in Kempen gastierenden „KaMa-Quartett“ aus Osnabrück mit einem ebenso eruptiven wie emotionalen Jazz neu interpretiert wurde. Die Gruppe präsentierte das vierteilige Werk in je zwei Teilen vor und nach der Pause neben Eigenkompositionen vor allem des Gitarristen und Bandmitgliedes Nils Pollheide.

Die Musiker, die durch den aus Sulawesi in Indonesien stammenden Nippy Noya an den Percussions unterstützt wurden, versetzen das Meisterwerk John Coltranes von 1965 in die heutige Zeit. Die Idee dazu hatte Nils Pollheide. Das Vorhaben ist mit dem aktuellen Album „A Love Supreme / Universal Tone“ bestens gelungen. Sie gestalten die Musik auf ihre ganz eigene, sehr expressive und dynamische Art und Weise und gelten deshalb derzeit als eine der kreativsten Bands der deutschen Jazzszene.

Funkig und rockig, lautstark und eindrucksvoll spielten an diesem Abend neben Katharina Maschmeyer an Tenor- und Sopransaxophon sowie Bassklarinette Nils Pollheide (Gitarre und Bassgitarre), Lars Duppler (Synthesizer und Fender Rhodes) und Ralf Gessler (Drums). Die Band fegte mit Eruptionen und Explosionen musikalisch ungeheuer intensiv über die Bühne des Kempener „Jazzkellers“. Klangvoll war nicht nur die zarte Maschmeyer an ihren Saxophonen, sondern voller Kraft strotzend auch Pollheide. Mit Kompositionen wie „Open Road“, „Brain Worm“ und „David Danger“ kreiert die Band ihren ganz eigenen Sound. Da wechselten fast sphärische Klänge mit donnernden Klangeskapaden.

Höhepunkte waren die vier Teile der Coltrane-Suite, die einst als Loblied auf Gott intoniert wurde. Pollheide erhielt Gelegenheit zu einem rockigen Gitarrensolo, der zweite Teil war ein für viele Jazzfans sicherlich leicht ins Ohr gehendes Swingstück, ehe mit großer Emotionalität die Suite ausklang. Die vier Teile der Suite reichen von „Acknowledgement“ (Anerkennung) über „Resolution“ (Entschluss), „Pursuance“ (Streben) bis zum fast melancholischen „Psalm“.

(jk)