Kämmerer Wolfgang Rive legte seinen Haushaltsplanentwurf für 2019 für Grefrath vor

Grefrath : Grefrath schreibt wieder schwarze Zahlen

Kämmerer Wolfgang Rive legte am Dienstagabend seinen Haushaltsplanentwurf für 2019 für die Niersgemeinde vor. In seiner Rede zog er auch eine Bilanz seiner Amtszeit. Der „Herr der Zahlen“ geht in Ruhestand.

Relativ entspannt wirkte am Dienstagabend in der Sitzung des Grefrather Gemeinderates Kämmerer Wolfgang Rive. Vor allem deshalb, weil der „Herr der Zahlen“ mit Beginn des Weihnachtsfestes nach 34 Jahren im Dienst der Gemeindeverwaltung in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird. Jetzt kam es bereits zu einer Art „Bescherung“. Rive stellte im Rat den Haushaltsplan­entwurf 2019 vor. Sein Fazit: Nach Jahrzehnten in der Haushaltssicherung gibt es für die Niersgemeinde 2019 zum ersten Mal schwarze Zahlen, ohne die seit zwei Jahren wieder – wegen der Jahresüberschüsse aus 2016 und 2017 – mit rund 4,273 Millionen Euro gefüllte Ausgleichsrücklage in Anspruch nehmen zu müssen.

Für den 65-jährigen Wolfgang Rive war es das 20. und somit letzte Zahlenwerk, das er jetzt den Ratsmitgliedern vorstellte. „Ich gehe davon aus, dass wir bald aus der Haushaltssicherung entlassen werden“, fasste es der Finanzexperte zusammen. Gleichwohl können teure „Weihnachtswünsche“ nicht erfüllt werden. Denn unter dem Strich kommt nach der Kalkulation seines Teams ein Überschuss von etwa 24.500 Euro heraus. Danach stehen den gesamten Erträgen von 29.985.364 Euro Aufwendungen von 29.960.722 Euro gegenüber.

Für das Jahr 2018 hatte Rive noch mit einem Fehlbedarf von rund 1,1 Millionen Euro kalkuliert. Aufgrund der guten Konjunktur und der dadurch besseren Rahmenbedingungen ist der Kämmerer davon überzeugt, dass die Jahresrechnung 2018 mit einem Plus abschließen wird.

Insgesamt geht Rive im neuen Entwurf davon aus, dass sich die Ertragsseite um zwei Millionen Euro verbessern dürfte, vor allem ermöglicht aus der um 1,5 Millionen höher angesetzten Gewerbesteuer. Dabei wirkt sich der steigende Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, kalkuliert sind für 2019 plus 400.000 Euro, und die höheren Schlüsselzuweisungen des Landes (plus 663.000 Euro) da mit rein. Hingegen dürfte sich wegen der stagnierenden Flüchtlingszahlen die Kostenerstattung des Landes um geschätzte 695.000 Euro reduzieren.

Bei den Aufwendungen schlagen vor allem neben den Transferleistungen die Personalkosten mit rund 5,168 Millionen Euro zu Buche. Die Aufwendungen der so genannten Sach- und Dienstleistungen, die unter anderem für die Unterhaltung und Bewirtschaftung der gemeindeeigenen Grundstücke und ihrer Gebäude notwendig werden, summieren sich auf etwa 5,5 Millionen Euro. Alleine für die Unterhaltsaufwendungen der eigenen Immobilien sind dabei 735.000 Euro eingerechnet.

Die Transferleistungen blieben mit 14 Millionen Euro in etwa unverändert. Bei der Kreisumlage hat Rive zunächst, ausgehend von einem Hebesatz von 36 Prozent, Mehrkosten von 320.000 Euro veranschlagt, die aber noch gesenkt werden könnten. Erneut kritisierte der Kämmerer, dass wie in den vielen Jahren zuvor die Jugendamts-Umlage wohl weiter ansteigen dürfte.

Jedenfalls ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Erträge und Aufwendungen das knappe positive Ergebnis. Kämmerer Rive glaubt fest daran, dass bis zum Jahr 2022 die Ausgleichsrücklage der Gemeinde wieder den ursprünglichen Stand von über sechs Millionen Euro erreichen kann.

Für 2019 geplante Investitionen wurden insgesamt rund 6,3 Millionen Euro veranschlagt. Ein dicker Batzen ist die Erweiterung des Oedter Kindergartens mit 820.000 Euro. Für die Umstellung auf LED an Schulen sollen 490.000 Euro bereitgestellt werden, für die neue Werkhalle an der Sekundarschule erst einmal die Planungskosten von 170.000 Euro. Etwa zwei Millionen sollen in die Abwasserbeseitigung investiert werden. Beim Straßenbau wurden in den Entwurf unter anderem 654.000 Euro für den Ausbau der ehemaligen Friedhofs-Erweiterungsfläche und 450.000 Euro für den Ausbau des Gewerbegebietes „Wasserwerk II“ aufgenommen.

Die gesamte Investitionssumme soll aus dem Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit (2,18 Millionen), aus Investitionszuwendungen (1,9 Millionen) und aus Krediten von insgesamt 2,25 Millionen finanziert werden.

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