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Kämmerer in Grefrath kalkuliert mit Minus zum Jahresende

Haushalt in Grefrath : Kämmerer kalkuliert mit Minus zum Jahresende

Die Grefrather sind früh dran: In der Ratssitzung brachte Kämmerer Andre Middelberg bereits den Jahresabschluss 2019 ein, der nun zur Prüfung an den Rechnungsprüfungsausschuss geleitet wird.

Bürgermeister Manfred Lommetz zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: ein Überschuss von 419.000 Euro und damit nun etwas mehr als fünf Millionen Euro in der Ausgleichsrücklage – „das könnte bedeutend schlechter sein“.

Wie erwartet, kam es nach dem einstimmigen Ja im Haupt- und Finanzausschuss auch im Rat zu einer Zustimmung für einen Zuschuss für das Grefrather Eisstadion. Wie berichtet, benötigt der Eissport- und Eventpark im schlimmsten Fall 900.000 Euro, die aufgrund von entgangenen Einnahmen und höheren Ausgaben für den Betrieb unter Corona-Bedingungen am Ende der Saison im Etat der Sporteinrichtung fehlen könnten.

Kämmerer Middelberg blickt auch auf die gesamte Haushaltssituation in Corona-Zeiten und zeigte sich erfreut, dass sich in Sachen Gewerbesteuer nicht viel verändert habe. Die Situation sei schwierig, aber man sei bei einem Gewerbesteuer-Soll von 3,75 Millionen Euro. Wenn das letzte Quartal 2020 so ausfalle wie der Durchschnitt der ersten drei Quartale, komme noch einmal ein sechsstelliger Betrag hinzu.

Wenn nun Bund und Länder wie angekündigt die Ausfälle kompensieren, kämen ungefähr eine Million Euro Ersatzleistungen hinzu, und man hätte damit das Minus ausgeglichen. Mit ein bisschen Glück komme man dann auf den kalkulierten Ansatz von knapp fünf Millionen Euro. Das sei aber der bestmögliche Fall. Aus Vorsicht kalkuliert der Kämmerer noch mit einem Minus von 300.000 Euro zum Jahresende.

Düsterer sehe es dagegen bei den Anteilen an Einkommen- und Umsatzsteuer aus. Die Hilfe fürs Eisstadion müsse man auch hinzurechnen. Zudem hat die Gemeinde Mehrkosten für Hygienemaßnahmen, sodass eine vorsichtige Schätzung zu einer coronabedingten Belastungen von 2,5 Millionen Euro führt. Das Land plant, dass die Kommunen diese Corona-Schulden über einen Zeitraum von 50 Jahren abschreiben können. Damit würden sie die Haushalte der nächsten Jahre nicht so massiv belasten. Noch ist dies allerdings ein Entwurf.

(ulg)