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Stadt Kempen: Junger Schwarzfahrer muss 80 Sozialstunden leisten

Stadt Kempen : Junger Schwarzfahrer muss 80 Sozialstunden leisten

Wegen Schwarzfahrens muss ein junger Mann aus Kempen 80 Sozialstunden leisten. Das Krefelder Jugendschöffengericht hat den 20-Jährigen gestern verwarnt. Zur Tatzeit hatte er bereits wegen schweren Raubes unter Bewährung gestanden.

Deshalb musste er sich jetzt erneut vor dem Schöffenrichter verantworten. In ähnlichen Fällen wird das Verfahren sonst oft eingestellt. Nun sei allerdings eine empfindliche Strafe nötig, hatte auch die Vertreterin der Staatsanwaltschaft gefordert.

Natürlich wolle das Gesetz bei Jugendlichen und Heranwachsenden erziehen, statt zu bestrafen. Das müsse aber eine Wirkung hinterlassen. "Es sollte doch über das Streicheln von Meerschweinchen hinausgehen", hatte sie daher ihre Forderung nach spürbaren Konsequenzen für den jungen Mann angekündigt. Man müsse dem Angeklagten deutlich vor Augen führen, dass es so nicht weitergehen könne. Außerdem werde er durch Sozialstunden an das tägliche Arbeitsleben herangeführt. Da er bisher von Sozialleistungen lebe, habe er genügend Zeit. Der Richter folgte den Anregungen der Staatsanwaltschaft und der Jugendgerichtshilfe.

Das sei keine harte, sondern vielmehr eine milde Strafe, betonte er. Die Alternative wäre gewesen, dass der Angeklagte seine Bewährungsstrafe verbüßen muss. Zur Tatzeit stand er bereits unter Bewährung und die verlief nicht gut. Er hatte weiterhin Drogen konsumiert und die Bewährungsauflagen nicht erfüllt. Daraufhin war ein Dauerarrest verhängt worden, durch den er "wachgerüttelt" wurde. "Das war irgendwie schon eine sehr erschreckende Erfahrung", beschrieb der 20-Jährige die Zeit im Arrest.

Er habe nicht rauchen dürfen und in der Hofpause immer nur im Kreis laufen müssen. Das habe ihn stark beeindruckt. Jetzt erkenne er, dass in seiner Vergangenheit vieles falsch lief. Der Richter mahnte den jungen Mann: "Sie müssen uns jetzt beweisen, dass es auch gerechtfertigt ist." Leiste er die Sozialstunden nicht ab oder werde er erneut straffällig, müsse er mit weiteren Konsequenzen rechnen. "Künftig wird nicht lange gefackelt", so der Richter.

(bil)