Junge Union im Gespräch mit der Kempener Klimaschutzbewegung

Kempen : Erste Annäherung für den Klimaschutz

Die Junge Union hatte Vertreter der Kempener Klimaschutzbewegung zum Dialog eingeladen. Es wurden viele Gemeinsamkeiten entdeckt. CDU-Politiker und Bürgerinitiative wollen im Gespräch bleiben.

Angenehm überrascht waren alle Teilnehmer am Klima-Dialog, zu dem die Junge Union Kempen für Montagabend Vertreter der Kempener „Fridays-for-Future“-Bewegung eingeladen hatte. Sowohl die jungen CDU-Politiker als auch deren Gäste begrüßten am Ende das konstruktive Gespräch. Auf sachlicher Ebene wurde miteinander diskutiert. Es zeigte sich schnell, dass sich alle intensiv auf das Thema vorbereitet hatten. In manchen Punkten gab es durchaus gemeinsame Zustimmung, bei anderen Punkten wurde nach Lösungen in der Mitte gesucht. Sicher waren sich alle, dass man den Dialog in absehbarer Zeit fortsetzen möchte. Auch Kempens CDU-Parteivorsitzender Philipp Kraft, der ebenfalls an dem Gespräch teilnahm, war mit dem Abend sehr zufrieden.

Rund drei Stunden lang arbeitete man sich durch den umfangreichen Forderungskatalog von „Fridays for Future”. Gero Scheiermann, Vorsitzender der Jungen Union (JU), hatte zu Beginn darum gebeten, sich auf die Probleme und Möglichkeiten in der Stadt Kempen zu beschränken. Auch dies gelang größtenteils.

Themen gab es viele. Es ging zum Beispiel um nachhaltigen Wohnungsbau. So steht im Forderungskatalog der Wunsch nach mehr Passivhäusern, die geringeren Energieverbrauch haben. Es ging aber auch um die Nutzung von Sonnenenergie oder Dachbegrünung, zum Beispiel bei öffentlichen Gebäuden. Hier wurde seitens der JU angeführt, dass dies oftmals an der Statik der Bauten scheitere. Außerdem liegt ein Problem oft gerade bei privaten Bauten darin, dass dies einen Neubau verteuert. Hier müsse die Waage gehalten werden zwischen sozialem Wohnungsbau und nachhaltiger Bauweise.

Ein zentraler Punkt war auch die Begrünung der Stadt. Alle Gesprächsteilnehmer waren sich einige, dass es mehr Blühstreifen für Insektenvielfalt geben sollte. Ebenso sei ein Stadtwald wünschenswert. Ein absolutes Verbot von Pestiziden müsse dagegen geprüft werden, da manche Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner nicht nur auf natürlichem Weg verhindert werden können. Bei der Gülle auf den Feldern gibt es schon Fortschritte. Die illegalen Einfuhren aus den Niederlanden sollen gestoppt werden, berichteten die Politiker.

Ein besonderes Problem sahen alle in der Mobilität. Es gebe teilweise schlechte Anbindungen an den Öffentlichen Nahverkehr oder auch mangelhaft ausgebaute Radwege. Man war sich einig, dass hier noch viel passieren muss. Es gab direkt einige gute Ideen, die sich im Gespräch entwickelten. Das reichte von Leihfahrrädern, die Firmen ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen könnten, bis hin zum Vorschlag, dass Firmen sich zu einer Art Shuttle-Dienst für Mitarbeiter, die zur Arbeit nach Kempen einpendeln, zusammenschließen. Ein weiterer wichtiger Punkt war auch eine frühzeitige Bildung der Kinder, sowohl was gesunde Ernährung als auch Verkehrserziehung angeht. Einig waren sich alle, dass bei Vorhaben für ein Klimaschutzkonzept stets die Bürger eingebunden werden müssen. Kempen könne zwar nicht die Welt retten, aber zumindest alles tun, um die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig zu schützen.

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