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Stadt Kempen: Junge Autoren überzeugen die Jury

Stadt Kempen : Junge Autoren überzeugen die Jury

Der vierte Kempener Literaturwettbewerb hat seinen Abschluss gefunden. Bei der feierlichen Preisverleihung wurden die Sieger in der Paterskirche geehrt. 260 Arbeiten waren der Jury für den Wettbewerb eingereicht worden.

Die Aufregung steht Franziska Dirr ins Gesicht geschrieben. "Dass ich gleich hier vorne stehen und vorlesen muss, das ist das allerschwierigste für mich", meint die 14-Jährige mit einem leicht skeptischen Blick zum Pult, das in der Paterskirche im Kulturforum Franziskanerkloster steht. Das Schreiben dagegen, das sie ans Pult gebracht hat, fand die Neuntklässlerin des Thomaeums längst nicht so schwer. "Mir kommt ein Gedanke, und dann geht es los, einfach so", erzählt die Kempenerin und berichtet begeistert von Profilkursus Deutsch, in dem sie für sich entdeckte, das ihr Schreiben liegt.

Mit, dem, was sie geschrieben hat, hat sie die 13-köpfige Jury des vierten Kempener Literaturwettbewerbes überzeugt. Franziska, die beim Wettbewerb noch 13 Jahre alt war, gewann nämlich die Kategorie Prosa in der Altersklasse elf bis 13 Jahre. Mit ihrer emotional geschriebenen Geschichte "Boston" sicherte sie sich den ersten Platz.

Ein Blatt Papier und ein Stift reichen auch Greta Juntermanns, die die Kategorie Lyrik bis 17 Jahre gewonnen hat. "Schreiben macht mir einfach Spaß", erzählt die 13-Jährige. Wie gut sie dabei ist, hätte die Jury der Literaturtage aber nie erfahren, wenn nicht die Mutter der Willicherin ihr Werk "Träume" eingeschickt hätte. "Ich selber hätte mich das nie getraut", gibt die Willicherin ehrlich zu. Ihr Faible fürs Schreiben entdeckte sie vor zwei Jahren.

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"Ich schreibe, seit ich schreiben kann. Es ist toll etwas festzuhalten, was in meinem Kopf entstanden ist. So können es andere auch lesen", erklärt Antonia Wintersig eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen. Die 17-jährige Krefelderin siegte in der Kategorie Prosa 14 bis 17 Jahre mit ihrer Arbeit "Aus Worten gemacht".

Mitglied in der Kempener Schreibwerkstatt ist hingegen Dorothee Koch aus Tönisvorst. Die 47-Jährige freute sich über ihren zweiten Platz, den sie mit "Verdammt zum Schweigen" erreicht hatte. Doch ob jüngerer oder älterer Autor, die Preisträger freuten sich allesamt.

In diesem Jahr waren es 260 Einsendungen, die die Veranstalter der Literaturtage und des Lietarturwettbewerbs, der Buch Verlag Kempen (BVK) und die Stadt Kempen, erhielten. "Ich denke, mit den Literaturtagen geben wir der Literatur einen Aufschwung", betonte Hans-Jürgen van der Gieth vom BVK. Kulturamtsleiter Dr. Elisabeth Friese erinnerte daran, wie schwer es doch sei, den richtigen Anfang zu finden, wenn ein weißes Blatt Papier vor einem liege. Sie lobte den Fleiß der Autoren und dankte der aus Journalisten, Mitarbeitern des BVK und der Stadtbibliothek bestehenden Jury für ihren Einsatz. "Ich fand es wieder einmal sehr spannend Texte zu lesen, die jemand aus seinem innersten Gefühlen heraus geschrieben hat. Wenn ich lese, erzählt mir das Gegenüber etwas", sagte Gerd Udtke, der zur Jury gehörte.

Während die Erstplatzierten sich zusätzlich über eine Stele freuten, die Manfred Messing mit Worten aus den jeweiligen Siegertexten gestaltet hatte, erhielten alle eine Urkunde und die Anthologie, in der die besten Texte des Literaturwettbewerbs veröffentlich wurden. Das Werk mit dem Titel "Tausendschöne Lebensbäume" kann ab sofort unter anderem beim BVK für fünf Euro erworben werden.

(tref)