Stadt Kempen: Jugendliche eröffnen den Thomas-Treff

Stadt Kempen : Jugendliche eröffnen den Thomas-Treff

Zusammen mit dem Gemeindepädagogen Michael Kamlah haben 20 Jugendliche den Jugendkeller der evangelischen Kirche Kempen renoviert. Bei der Eröffnung waren alle begeistert über das neue Angebot.

Von allen Seiten ist Lob zu hören. Wer den Kellerabgang an der Fröbelstraße 2 hinuntergeht und durch die Kellertüre tritt, der staunt nicht schlecht. Wände, die einst ein wenig düster und trist wirkten, erstrahlen in kräftigen Terrakotta-Tönen mit dunkler abgesetzten Ornamenten. Der gesamte Foyerbereich mit der Küche und dem Durchgang zu den sanitären Anlagen wirkt größer und einladend.

Und es geht noch besser weiter. Der triste weiße Schlauch, der einst als Lagerfläche diente und überhaupt nicht genutzt wurde, hat sich in eine coole Verweillocation verwandelt. Die Wände ziert keine Tapete oder Farbe, sondern sie sind komplett mit Buchseiten beklebt und das zum größten Teil mit Seiten aus alten Lehrbüchern. Mathematische Formeln geben sich mit Atlasseiten ein Stelldichein. Dazu klebt ein komplettes Buch an der Wand.

Ganze Gemeinde brachte sich ein

"Absolut cool" sind sich David (14) und Jonas (15) einig. Die Idee dazu stammte von Michael Kamlah, dem neuen Gemeindepädagogen der evangelischen Kirchengemeinde Kempen. Er war es, der zusammen mit 20 Jugendlichen, verteilt auf drei Tage, den Jugendtreff im Keller des Gemeindehauses renovierte. "Es hat mich total gefreut, auf wie viel Unterstützung die Idee der Renovierung gestoßen ist. Nicht nur Jugendliche, sondern die ganze Gemeinde hat sich eingebracht. Einfach klasse", berichtet Kamlah.

Die Vorhänge im Aktivitätsraum, wo jetzt der eigenständig reparierte Kicker, der Billardtisch und das Air Hockey stehen, hat die Bastelgruppe "Himmelsstift und Zwirn" genäht. Kissen sind derzeit noch in der Mache. Die Presbyter machten etliche Fahrten, um Farben und Co. anzuliefern. "So sollte Kirche sein. Wir helfen uns gegenseitig und sind füreinander da", bemerkt Ilse Niemeyer von der Bastelgruppe.

Möbel aus Paletten

Es wurde aber nicht nur renoviert und verschönert. Die Jugendlichen bauten zusammen mit Kamlah Sitzmöbel samt Beistelltischen aus Paletten, die jetzt an den Wänden entlang der Bibliothek stehen, wie der Schlauch seit der Renovierung mit neuem Namen heißt. "Das Renovieren hat viel Spaß gemacht. Es waren lustige Tage, bei denen man sich einmal anders kennengelernt hat. Besonders klasse war die Arbeit am Schlauch. Da hat man zwischendurch sogar gelesen, was an die Wand geklebt wurde", meint Sara Niemeyer, die fleißig mitgeholfen hat.

"Super", lautet das Urteil von Pfarrer Michael Gallach und sein Kollege Roland Kühne kann sich dem nur anschließen. "Eine absolut positive Veränderung", lautet sein Kommentar. Gut kommt auch Raum zum Chillen an. Wo ehemals der Kicker stand und blaue Farbe die Wände zierte, sind jetzt die Sofas des Jugendtreffs aufgebaut. Grüne Wände und ein zur Lampe umgebauter Kicker runden den Chillraum ab.

(tref)