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Stadt Kempen: Judenstraße: Streit ums Klosterhof-Pflaster entbrannt

Stadt Kempen : Judenstraße: Streit ums Klosterhof-Pflaster entbrannt

Geschäftsleute und Anlieger der Einkaufsstraße sowie die Denkmalinitiative wollen einen Belag, der besser zur Altstadt passt.

Die geplante Neugestaltung der Judenstraße erhitzt inzwischen die Gemüter. Nachdem die Rheinische Post vor gut einer Woche Einzelheiten der Umgestaltung nach dem Ende der Tiefbauarbeiten berichtet hatte, sind vor allem die Geschäftsleute der Judenstraße über die Stadt und insbesondere über den Umgang des Technischen Dezernenten Stephan Kahl mit ihnen wenig erfreut. Wie der Sprecher der Händlergemeinschaft, Stephan Bunse, gestern im RP-Gespräch erläuterte, seien er und seine Kollegen vor allem über eine Formulierung Kahls in der Beratungsvorlage für den Planungsausschuss - der tagt am kommenden Montag, 8. Juni, 18 Uhr, im Rathaus am Buttermarkt - und für den am Mittwoch, 10. Juni, nachfolgenden Denkmalausschuss erbost: Dort hatte Kahl von einem "grundsätzlichen" Einverständnis der Geschäftsleute zum Pflaster gesprochen. Die Steine sind identisch mit denen am neuen Klosterhof. "Richtig ist, dass wir mit der Gestaltung, mit Auflockerungen an den Einmündungen der Gassen und vor der Propstei einverstanden sind. Die Steine vom Klosterhof wollen wir aber nicht", sagte Bunse.

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Inzwischen deutet sich ein Kompromiss an: Die Stadt hat in einem Gespräch mit den Einzelhändlern zugesichert, mit dem Plattenhersteller, der auch in Kempen ansässigen Firma Berding, einen Stein zu entwickeln, der eine der Altstadt angemessenere Farbmischung erhält. Das hatte auch das Rheinische Amt für Denkmalpflege angeregt.

Grundsätzlich sind die Geschäftsleute der Judenstraße mit dem Fortgang der Bauarbeiten sehr zufrieden. Bunse: "Das klappt prima. Unsere Sorgen im Vorfeld waren bislang gottlob unbegründet." Allerdings kritisieren sie die Dialogbereitschaft der Stadt mit ihnen. "Da hätten wir uns ein größeres Mitspracherecht gewünscht", betont Bunse. Er und seine Kollegen hoffen, dass es für das Straßenpflaster auf der Judenstraße eine Lösung gibt, "mit der wir, die Anwohner und unsere Kunden besser leben können". Feststeht: Das Klosterhof-Pflaster wollen die betroffenen Geschäftsleute und Anlieger in dieser Form in keinem Fall.

Unterstützung haben sie gestern von der Initiative "Denk mal an Kempen" erhalten. Sie bezweifelt ebenfalls, ob das Klosterhof-Pflaster, das laut Hersteller exklusiv für das neue Wohn- und Geschäftshaus produziert wurde, "um mit der Farbigkeit die Gestaltung der Fassade aufzunehmen, überhaupt eine Berechtigung hat, in der gesamten Altstadt verlegt zu werden". Die Pflasterung in der Altstadt sollte sich nicht dem Klosterhof und seinem Pflaster unterordnen, so Patrick Tenberken, der die Denkmalinitiative unterstützt und dem Denkmalausschuss des Stadtrates als stellvertretendes Mitglied angehört. Es solle zwar jetzt ein Alternativvorschlag in den Sitzungen der Fachausschüsse in der kommenden Woche vorgestellt werden, die Initiative kritisiert aber, dass die Öffentlichkeit darüber nicht vorab informiert werde. "Eine öffentliche Diskussion der verschiedenen Möglichkeiten wird somit von vornherein ausgeschlossen", so Tenberken. Es gehe schließlich um das Aussehen der Altstadt in den nächsten Jahrzehnten. Da wäre mehr Bürgerbeteiligung durchaus angebracht.

(RP)