Jubiläumsfest „Klingende Altstadt“ in Kempen zum 725-jährigen Bestehen der Stadt

Jubiläumsfest : „Klingende Altstadt“ lockt viele Besucher an

Bei strahlendem Sonnenschein kamen zahlreiche Besucher in die Kempener Straßen und Gassen.

Schon zur Begrüßung am Samstagnachmittag war der Buttermarkt gut gefüllt. Alle hatten Lust, bei guter Musik 725 Jahre Kempen zu feiern. „Eine ganze Stadt spielt Musik“, sagte Bürgermeister Volker Rübo. Er freue sich schon auf das gemeinsame Fest, meinte er. Denn das mache Kempen aus, dass dies eine Stadt sei, wo man gut miteinander leben können. Egal welcher Religion man angehöre oder aus welchem Land man komme. Hier lebe der Geist Europas. Mit dem Fest beweise Kempen, dass man hier musikbegeistert ist.

Seit der 700-Jahr -Feier hätte sich die Stadt sehr gewandelt. Er erinnerte an den Umbau der Arnoldfabrik ebenso wie an den Bau des Klosterhofes im Herzen der Altstadt. Wenn man in 25 Jahren das 750-Jährige feiern wird, sei die Stadt sicherlich wieder verändert, so der Bürgermeister. Aber insgesamt beweise die Stadt, dass sie ein Ort der Stabilität mitten im Garten Eden der niederrheinischen Landschaft sei. Ausdrücklich dankte Rübo noch einmal den vielen Mitarbeitern vom Kulturamt und dem Baubetriebshof, die das ganze Fest durch ihre unermüdliche Arbeit im Vorfeld überhaupt erst in dieser Form möglich gemacht hatten. Außerdem dankte er den Technikfirmen Medatex, Rogge und Derks und den Brüdern Hamacher, die die beiden Tage über auf allen Bühnen für den guten Ton sorgten. Die Brüder Hamacher hatten zudem noch eine LED-Wand zur Verfügung gestellt, auf der wechselnde Bilder aus allen Kempener Stadtteilen zu sehen waren.

Das kam beim Publikum sehr gut an und wurde vielfach gelobt. Ein Unglück, wie es letztlich in Essen passiert war, wollten die Veranstalter in jedem Fall verhindern. Auf der Rückseite war die Wand mit schweren Wasserpollern fest im Boden verankert.

Die Combo der Haltestelle überzeugte die Gäste im Haus der Familien, Campus, am Spülwall. Foto: Norbert Prümen

Siegfried Ferling von den Stadtwerken, die den Samstagabend sponserten, bewies einmal mehr, dass er ein humorvoller Mensch ist. Nachdem er aufgefordert hatte, die Geselligkeit an diesen zwei Tagen gemeinsam zu genießen, sang er gemeinsam mit dem Publikum einen Choral auf Kempen. Nicht ganz ernst gemeint, aber voller Lobeshymnen auf die Stadt und seine Bevölkerung. Damit war der wunderbare Auftakt für einen Abend voller Musik geschaffen. Mit dem Kempener Rocker und Komponisten Tom Marquardt war das Eis direkt gebrochen.

Am Sonntag dann herrschte in der ganzen Altstadt das gleiche Bild. Jede Menge Besucher kamen, viele davon auch von auswärts, wie sie erzählten. In der Paterskirche machte den Auftakt der Chor „Libra Voce“ unter Leitung von David Nethen mit klassischer englischer Chormusik. Immer mehr Besucher kamen und genossen die Musik in der Kirche. Der englischen Musik schloss sich klassische deutsche Volksmusik mit dem Arnold-Chor unter Leitung von Stefan Thomas an.

Die „Walking Men“  waren nicht nur groß, sondern auch  geschickt. Bürgermeister Volker Rübo bekam seine Uhr aber wieder. Foto: Norbert Prümen

Dieser thematische Wechsel zog sich durch alle Bühnen. Man hüpfte geradezu von Musikstil zu Musikstil.

„The Danders“ spielten  auf dem Buttermarkt. Foto: Norbert Prümen

Auf dem Buttermarkt war derweil der Musikverein St. Hubert zu Gange. Die Musiker taten einem leid, denn sie saßen mitten im Sonnenlicht. Aber erfahren, wie sie gerade mit Außenauftritten sind, hatten sie sich Kühlakkus mitgebracht, die sie sich zuweilen an die Stirn oder auf den Kopf hielten. Sie hatten sich ein Programm aus Volksmusik, klassischer Blechbläsermusik, aber auch Klassikern aus der Pop-Welt ausgesucht.

Ganz begeistert war das Publikum von einem Medley mit Abba-Hits, das zum Schluss erklang. Anschließend wurde es richtig heiß auf dem Buttermarkt. „Samba-X“ trat eine Reise nach Brasilien an. Die vielköpfige Band mit lauter Schlaginstrumenten fetzte gehörig vor der Bühne, tanzte dabei, und mancher Besucher geriet unwillkürlich auch in Bewegung.

Die Straße runter am Kuhtor hatte es Punkt 13 Uhr mit Rockmusik vom Feinsten begonnen. „Future in the Past“ machte hier den Anfang des Bühnenreigens. Nicht nur musikalisch sehr gut, sondern auch mit einer Sängerin, die eine richtige Rockröhre war. Eine offensichtlich gut ausgebildete Stimme, dazu viel Bewegung. Hier blieben die ersten Besucher schnell stehen und ließen sich fangen. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit der Covergruppe „Schuppenband“. Das war eine Zeitreise in die Musik der Sechziger, Siebziger und Achtziger Jahre. Die Band forderte als Erstes mit dem Beatles-Song „Come together“ auf stehenzubleiben.

Es hätte der Aufforderung nicht bedurft, denn schnell füllte sich die Fläche vor dem Kuhtor mit Zuhörern. Ab und zu konnte man hören, wie Besucher leise mitsangen, waren es doch alles Klassiker, die zu hören waren. Ob „Oye como va“ von Santana, „Wahnsinn“ oder „I wish, you were here again“, die Texte kannte jeder. Auch hier hörte man wieder eine sehr gute Sängerin, die mit viel Charme und Bewegung immer wieder ihr Publikum begeisterte.

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