Jazz zur Klingenden Altstadt im Campus

Jazz zur Klingenden Altstadt : Der Jazz-Musik eine Bühne bereitet

Das „Haus für Familien – Campus“ in Kempen wurde beim Stadtfest „Klingende Altstadt“ zum Jazz-Forum. Hier eine kleine Rückschau auf das Programm mit besonderer Kempener Note.

13 Uhr: Im Campus eröffnet die Dijazz-Band den klingenden Nachmittag mit Mainstream-Melodien von George Gershwin bis Miles Davis. „Summertime“ (1935) aus Porgy and Bess, „Fly me to the moon“, 1960 von Jazzsängerin Mabel Mercer zum Welthit gemacht – das sind nur zwei der vielen Ohrwürmer, die Giselher Späth (Saxophon), Peter Muthmann (Gitarre), Walter Cox (Bass), Ole Björn (Piano) und Thomas Hüsges (Drums/Gesang) melodisch swingen und klingen lassen. Seit zwei Jahren ist die Gruppe zusammen, ihre Mitglieder kommen aus Kempen, Mönchengladbach und Krefeld.

Die Kempener „Haltestelle“ an der St. Töniser Straße wurde 2012 als Begegnungsstätte für Spiel und Kultur der besonderen Art ins Leben gerufen – von Bürgern, die sich in Kempen ausgesprochen wohl fühlen und ihrer Stadt etwas zurückgeben wollten. In der „Haltestelle“ lernten sich acht musikbegeisterte Menschen kennen, in Workshops, die dort Andreas Baumann veranstaltet, Gründer und Eigentümer des Treffs. Die acht fanden sich zur „Combo der Haltestelle“ zusammen, denn, so erklärt einer von ihnen, Theo Becker: „Die Haltestelle ist unser Kristallisationspunkt. Unser Dirigent ist der Trompeter Martin Schädlich aus Bergheim/Köln, der uns professionell anleitet.“ Jetzt, im Campus, zeigen sie, was sie drauf- und was sie vorhaben: „beschwingten, freudigen Jazz, der Spaß macht. Und die Zuhörer dazu bringt mitzuswingen.“ Das gelingt. Mit „Satin Doll“ von Duke Ellington; mit „All the Things You Are“, einem beliebten Jazz-Standard aus einem Broadway-Musical von Jerome David Kern aus dem Jahr 1939; mit „In a Mellow Tone“ von Duke Ellington (1939), berühmt geworden durch Ella Fitzgeralds Einspielung von 1957. Drei Ohrwürmer von 14, mit denen die acht Haltestellen-Combo-Player Franziska Lange, Christopher ­Klüber, Andrea Konhäuser, Martin Schädlich, Frederik Zint, Michael Gisbertz, Robert Aust und Theo Becker ihr Publikum im Campus in Fahrt bringen.

Worauf das Oliver-Hirschegger-Trio vor kundigem Publikum, immer wieder unterbrochen von spontanem Applaus, Jazz vom Feinsten bietet, raffinierte Coolness, kunstvoll arrangiert und improvisiert. Wie „Do like Eddie“ von John Scofield.

Sonja Kandels ist eine renommierte Jazzsängerin aus Kempen, die in ihren Auftritten eine einzigartige Synthese von Jazz und afrikanischer Musik herstellt. Gerade arbeitet sie an ihrer dritten CD. Im Campus begleitete sie am Flügel Robert Niegl, studierter Jazzpianist, der in sein Spiel gerne Motive aus Pop und Weltmusik einfließen lässt. An der Percussion war Pape Seck aus Senegal dabei, bekannt für seine Virtuosität an der Djembe und anderen traditionellen Trommeln aus Afrika. Zusammen boten sie eine mitreißende Mischung aus Eigenkompositionen und Jazzstandards.

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