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Jazz in Kempen: Die Jarry Singla Eastern Flowers waren zu Gast in der Paterskirche

Jazz in Kempen : Kompositionen in verblüffender Ästhetik

Die Jarry Singla Eastern Flowers traten in der Kempener Paterskirche auf: Bunte Vielfalt, exotische Klänge — das passiert, wenn indische Klangkultur auf europäische Harmonik trifft.

Mit einem Konzert, in dem sich die bunte Vielfalt der für unsere Ohren recht exotischen indischen Klangkultur mit der europäischen Harmonik traf, startete die ambitionierte Kempener Jazzreihe nach der coronabedingten langen Pause zum ersten Mal wieder durch: Mit den „Jarry Singla Eastern Flowers“ kam ein Trio der musikalischen Extraklasse in die Thomasstadt. Jarry Singla, Klavier und Indisches Harmonium, ist der Kopf der Formation, komponiert und arrangiert die Musik, in der sich die vielfältigsten europäischen und indischen Stilrichtungen auf das Feinste mischen.

Singla hat mit seinen beiden Protagonisten, dem mit dem WDR-Jazzpreis ausgezeichneten Ramesh Shotham, der südindische und europäische Percussion perfekt beherrscht, und Christian Ramond am Kontrabass zwei Musiker an seiner Seite, die ebenfalls indische Wurzeln haben. Das Trio ist seit seiner Gründung im Jahre 2009 auf zahllosen Festivals aufgetreten und begeistert gefeiert worden. In Kempen war es der bereits dritte Auftritt von Jarry Singla, zuletzt mit dem „Mumbai Project“ in einer damals noch erweiterten Besetzung. Vom damaligen Konzert blieb das Stück übrig, das aus der Hindi-Sprache übersetzt so viel wie „Frage und Antwort“ bedeutet. Ansonsten stellte das perfekt aufeinander eingespielte Trio Eigenkompositionen aus seinem im vergangenen November veröffentlichten Album „Tendu“ vor.

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In der Paterskirche erklangen zu dem ebenso kreativen wie kraftvollen Piano- und Harmonium-Spiel diverse indische Instrumente. Dazu gehören die Thavil, eine kräftige südindische Trommel, und die Kanjira, eine kleine Rahmentrommel, die bemerkenswerte Bassklänge hervorzaubert. Shotham gelingen damit überaus verblüffende Klangeffekte. Dazu kam noch ein Tonkrug namens Ghatam. Das Indische Harmonium ist im Gegensatz zur europäischen Version, die wohl von Missionaren einst nach Indien gebracht worden war, eine wesentlich kleinere Ausgabe, fast wie eine kleine transportable Kiste. Jarry Singla spielte sie abwechselnd zu seinen brillanten Pianoklängen.

Was das Jazz-Trio an interkultureller Klangästhetik zu bieten hat, besitzt so viel Ausdruckskraft und geballte Kreativität, dass das Publikum gebannt lauschte. Jarry Singla komponiert Stücke von erstaunlichem Ideenreichtum, schöpft aus einer reichen Kenntnis verschiedenster Musik- und Stilrichtungen und experimentiert völlig frei von irgendwelchen Zwängen. Er verbindet die indische Tempelmusik, aber auch arabische und osteuropäische Klänge mit westlichen Jazzharmonien, und die beiden musikalischen Begleiter unterstützen ihn dabei feinsinnig und voller einfallsreicher Ideen. Ein großartiger Genuss, diese selten zu hörende Mischung von Weltmusik völlig unterschiedlichster Prägung zu erleben. „Jarry Singlas Eastern Flowers“ binden in der Tat einen sehr farbigen Blumenstrauß, den die drei Ausnahmemusiker ihrem Publikum musikalisch überreichten.

(jk)