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Jahresbilanz 2019 der Volksbank Kempen-Grefrath

Jahresbilanz 2019 : Volksbank weiter auf Wachstumskurs

Der Onlinebereich spielt eine immer größere Rolle. Wer den nicht so gut beherrscht, kann demnächst Digital-Sprechstunden besuchen. Thema Nachhaltigkeit: Bald werden Dienstfahrräder angeschafft.

Einmal mehr schaut die Volksbank Kempen-Grefrath  auf eine erfolgreiches Jahr zurück. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 417 Millionen Euro, die Zahl der Mitglieder stieg um 169 auf aktuell 6395.

Das entscheidendste Ereignis im abgelaufenen Jahr war sicherlich die Umstellung auf ein komplett neues Computersystem, einheitlich für alle Volksbanken. „agree 21“ heißt es. Was für die Kunden kaum zu spüren ist, verlangte von den Mitarbeitern über 400 Schulungstage. Am 6. Juli wurde die Bank quasi abgestellt und war für einige Stunden offline. Als die Computer wieder hochgefahren wurden, stieg die Spannung, bis feststand, dass alles perfekt gelaufen war. „Die Vorbereitungen hatten bereits  über ein Jahr zuvor begonnen“, sagt Vorstandmitglied Markus Knauf.

Wegen der nach wie vor negativen Zinsen komme es, so Vorstandsvorsitzender Helmut Thönes, immer mehr darauf an, dass die Kunden in Aktien und Fonds investieren: „Nur so ist es angesichts der Nullzinspolitik möglich, langfristige Spar- und Versorgungsziele zu erreichen und einer privaten Geldentwertung entgegen zu steuern.“ Diese Beratung trug Früchte: Die Anlage  in den Wertpapierdepots  sei um 13,2 Prozent, das sind fast 14 Millionen Euro, gestiegen. Generell gilt: Jeder Kunde bekommt nur die Finanzprodukte angeboten, die zu ihm passen.

Ein weiterer wichtiger Baustein für die Alterssicherung sind Investitionen in die eigenen vier Wände. Die Neuausleihungen für den Wohnungsbau lagen 2019  bei 27 Millionen Euro. Insgesamt wurden 46 Millionen Euro ausgeliehen. Damit verzeichnet die Volksbank einen neuen Rekordstand von 201 Millionen Euro. Obwohl viele Kunden von ihrem Recht auf Sondertilgungen Gebrauch gemacht haben: „Es ist im Moment eben viel Geld im Umlauf“, sagt Thönes.

Immer wichtiger wird auch im Bankenbereich das Thema Nachhaltigkeit. Alle Firmen, deren Produkte sich in den Fonds befinden, werden unter die Lupe genommen: nicht nur im Hinblick auf die Bilanzen, sondern auch zum Umweltschutz und den Umgang mit den Mitarbeitern. Die Volksbank selber geht mit gutem Beispiel voran  und stellt ihren Mitarbeitern demnächst Dienstfahrräder zur Verfügung.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Josef Stieger ist zwar zum Jahresende ausgeschieden. Sein Nachfolger Thönes zitierte aber gern, was Stieger in der Abschiedsrede gesagt hat: „Wir sind eine kerngesunde, eigenkapitalstarke, erfolgreiche und regional verwurzelte Genossenschaftsbank.“ Von daher erteilte der Vorstand auch am Freitag wieder allen Fusionsbestrebungen eine deutliche Absage: „Dazu besteht nicht die geringste Notwendigkeit, wir sind sauber aufgestellt“, hieß es.

Besonders wichtig ist und bleibt der Volksbank der direkte Kontakt zu ihren Kunden. Der Online-Bereich greift immer weiter um sich, man kann immer mehr vom heimischen Sofa erledigen. Aber man denkt auch an die älteren Kunden, die sich hier nicht sicher bewegen: Noch in diesem Jahr soll eine Digital-Sprechstunde ins Leben gerufen  werden, um offene Fragen über die elektronischen Kanäle umfassend zu klären.

Hinzu kommen die Filialen in der Neuen Stadt sowie in Grefrath und Oedt mit ihren seit Jahren den Kunden  vertrauten Mitarbeitern: „Wir sind dort, wo unsere Kunden  uns haben wollen“, sagt Knauf. Die Sparkasse schließe bekanntlich ihre Zweigstelle in der Neuen Stadt.

Die Volksbank legt großen Wert auf die Feststellung, eine Genossenschaftsbank, in der ein Mitgliedsanteil keine Geldanlage ist, sondern ein Zeichen für partnerschaftliches Miteinander. Thönes: „Wer bei uns ein Konto hat und Geschäfte mit uns macht, dem bieten wir auch gern die Mitgliedschaft an.“

Die Zahl der Mitarbeiter  bei der Volksbank Kempen-Grefrath liegt konstant bei rund 75. Pro Jahr werden zwei Auszubildende eingestellt, wobei es Jahr schwerer wird, geeignete Kandidaten zu finden. Die finden sich oft bei Schülerpraktika.