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Irish Pub hat längst eine feste Fangemeinde

Serie: Hier wird Kultur gemacht : „The Whistle“: Guinness, Darts und Musik

Mit dem irischen Pub an der St. Huberter Straße hat sich Jeanette Feiten einen Herzenswunsch erfüllt.

Ein grün gekleideter Kobold steht auf einem Stuhl und nippt an der Schaumkrone eines Pintglases Guinness. Gäste des Irish Pubs „The Whistle“ können das irische Bier nicht nur selber genießen, sie kennen auch den Kobold ganz genau. Immerhin ziert der kleine Geselle das Schild über dem Eingang der Kneipe an der St. Huberter Straße 20. Erdacht hat sich das „Wappentier“ Pub-Chefin Jeanette Feiten. Im Gespräch mit der RP verrät die 41-Jährige, warum sie sich mit diesem Kulturort einen lang gehegten Wunsch erfüllt hat und was Besucher dort in naher Zukunft erwartet.

„Ich wollte einen Ort für alle schaffen – weder Studentenkneipe, noch Schickeria-Lokal. Für mich war es schon immer ein Traum, einen Irish Pub zu haben, so wie in Dublin, wo Du mit einem Lächeln begrüßt wirst und schnell ins Gespräch kommst“, sagt Feiten. Die gebürtige Hamburgerin kam der Liebe wegen über Umwege an den Niederrhein. Mit der Zeit wusste die gelernte Einzelhandelskauffrau exakt, wie ihr Traum-Pub sein soll: voller Musik, mit Saal und vielen netten Gästen. Sich selbst bezeichnet Feiten gerne passend als „kreativen Kopf“.

     Jeanette Feiten hat in „The Whistle“ die Fäden in der Hand. Der Pub hat längst viele treue Fans in Kempen und Umgebung.
Jeanette Feiten hat in „The Whistle“ die Fäden in der Hand. Der Pub hat längst viele treue Fans in Kempen und Umgebung. Foto: Norbert Prümen (nop)
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Im Januar 2014 wurde sie fündig: Die damalige Musikkneipe von Werner Kutscher stand zur Verpachtung. Jeanette Feiten zögerte nicht lange und schaffte Fakten. Bis zur Eröffnung im Mai 2014 wurden die Wände grün gestrichen, Spiegel und Blechschilder als Deko zusammengetragen. Im vorderen Bereich schaffte ein Durchbruch neuen Platz für Dart, Kicker und Billard. Beliebt ist The Whistle auch als Sky-Sportsbar bei Sportereignissen

Der Eröffnungsabend war ein voller Erfolg: Neugier und die Live-Band „Rascal’s Corner“ (spielen am 16. März, dem Vorabend zum St. Patricks-Day, wieder im Pub) ließen den Besucherstrom nicht abreißen: „Entlang der St. Huberter Straße tummelten sich die Leute. Es gab kein Rein- oder Rauskommen mehr hier“, erinnert sich Feiten. Seither hat der Pub viele feste Fans. An den Wochenenden belegen 16 Vereine die Kegelbahnen, zudem ist der Pub das Vereinslokal der Highlander vom Niederrhein. Deren Vorsitzender Manfred Mühlenhaus trinkt gerne seinen Whiskey oder sein Bier an der Theke.

Doch es gab auch Herausforderungen in den vergangenen fünf Jahren: Nachbarn machten Stress, führten Dezibel-Messungen durch, sprachen von Lärm. Der kam durch einen ungedämmten Frischluftventilator im Saal zustande. Also ließ Feiten eine Klimaanlage installieren. Jüngst stand der Saal-Umbau an: Damit Gästen beim Konzertgenuss kein Balken mehr im Weg steht, sorgt nun eine Traverse fürs rechte Bühnenlicht. Außerdem wurde die Bühne je um einen Meter verbreitert und erhöht – für besseren Blick und mehr Platz für größere Bands. Und dann gibt es noch diese Gerüchte, der Pachtvertrag liefe nach fünf Jahren aus, und es gehe vielleicht nicht weiter. „Alles Blödsinn“, stellt Jeanette Feiten klar und erklärt: „Der Folgepachtvertrag ist unterschrieben, wir sind definitiv bis Ende 2024 da.“ Und wahrscheinlich – wenn man dem ansteckenden Lachen der resoluten Wirtin glauben darf, auch darüber hinaus.

Den fünften „The Whistle“-Geburtstag feiert das Pub-Team am 25. Mai mit einem Auftritt von „Tuesday Seven“ mit Mitgliedern der ehemaligen „Fälscher“. „Wir freuen uns auf einen musikalischen Abend mit vielen tollen Leuten“, sagt die Wirtin. Die haben die Wahl zwischen vier Biersorten vom Fass: Guinness, Killkenny, Bitburger und Bolten. Wer noch einen Nebenjob in der Gastronomie sucht, wird im Pub fündig: „Aktuell suchen wir Servicekräfte“, ermutigt Jeanette Feiten alle Interessierten, sich bei ihr zu bewerben. Dies ist per Mail oder telefonisch machbar. „Wenn keiner rangeht, einfach auf den Anrufbeantworter sprechen“, sagt die Wirtin.