Eisstadion : Spielfest auf dem Eis – einfach nur toll

Im Grefrather Eissportzentrum amüsierten sich Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam.

Den Kindern war es gerade im Grefrather Eisstadion vollkommen egal, ob sie oder das andere Kind ein Handicap hatten. Diesmal waren sie fast alle gleich, obwohl es doch für so manchen Anfänger ein ganz anderes Handicap gab – nämlich sich einigermaßen sicher auf dem Eis zu bewegen. Die Jugend des Kreis-Sportbundes (KSB) hatte erneut zu einem besonderen Spielfest nicht nur Kinder und Erwachsene von Förderschulen, speziellen Wohngemeinschaften oder Behindertensportvereinen eingeladen. Es war in den eineinhalb Stunden eine Menge los.

Nichtbehinderte und Behnderte hatten gemeinsam viel Spaß auf dem Grefrather Eis. Foto: Norbert Prümen

Das integrative Spielfest hat sich mittlerweile in der näheren wie weiteren Umgebung herumgesprochen. „Ich glaube, wir machen das mittlerweile zum 19. Mal“ sagte mittendrin die 32-jährige Ester Storck, die beim KSB die Jugendbildungsreferentin ist. Sie nahm die Gelegenheit wahr, sich bei den vielen Unterstützern auf dem Eis zu bedanken, so bei den beiden Grefrather Eisvereinen, dem Behindertensportverband, den Freunden von der Nord-Limburger „recreatieven Schaatsvereinigung“, die wieder einen kleinen Parcour mit Geschicklichkeitsspielen aufgebaut hatten, vom Dosen- bis zum Hufeisenwurf, vom Eisstockschießen bis zum Curling. Nicht zu vergessen die 26 jungen DRK-Mitglieder des Kreisverbandes, die als Helfer mitmachen und bei einigen kleineren Stürzen schnell mit ihrem Verbandskasten zur Stelle waren.

Der 35-jährige Tobias Oelschläger aus Viersen war überglücklich. Er drehte gerade vorsichtig in seinem E-Rollstuhl seine Runden. An seinem Sitz war hinten ein drei Meter langer Gurt angebracht, das einen prallen Autoreifen festhielt. Und darauf saßen gerade vergnügt bei den vielen Ehrenrunden die achtjährigen Ian und Allie.

Vorsichtig war zunächst die 19-jährige Alba aus Lobberich mit ihrem herkömmlichen Rollstuhl. Sie war mit ihrer Begleiterin gerade angekommen. Nach einigen Minuten des Gewöhnens drehte Alba auf dem Eis mit ihrem Rollstuhl die ersten Pirouetten. „Das geht hier ganz gut, weil das Eis wohl etwa abgestumpft wurde“, sagte sie etwas außer Atem nach ihrer fünften Drehung.

Es war alles kostenlos: der Eintritt, die Ausleihe von Gleit- oder Schlittschuhen und die Gestelle, mit denen sich die jüngsten Anfänger sicher fortbewegen konnten. Mit Flatterband abgetrennt war eine kleine Fläche, auf der Eishockey gespielt wurde. Erst einmal probierte dies der siebenjährige Paul ohne Schlittschuhe. Paul war mit seinem Opa Wolfram Brückner (65) gekommen. Der Junge wohnt erst seit kurzem mit seiner Familie in St. Tönis, der Großvater schon lange in Vinkrath. Wolfram Brückner: „Wir suchen für ihn noch eine Sportart, die ihm Spaß macht.

Den etwas erfahreneren Schlittschuhläufern, ob Jung oder Alt, ob männlich oder weiblich, gaben Trainer der Grefrather EG mit einigen der U 20-Spieler einige Tipps. Die 2. EG-Vorsitzende, Sandra Schmitz, war ebenfalls dabei und informierte über den Verein.

Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. „Es ist wunderbar, dass es so eine Gelegenheit gibt“, sagten so manche Väter und Mütter, die mit der ganzen Familie angereist waren. So ein Freundeskreis aus Kempen und Dülken. Ihre Kinder, Anna (8) und Ella (6) aus der einen sowie Zoe (9) und Milla (6) von der anderen Familie, probierten einiges aus. Auch Frank, der in Kleve ambulant betreut wird, hatte sich was vorgenommen. „Aber erst einmal will ich nur etwas zugucken“, sagte er. Derweil flitzen Maja (6) und Pola (4) aus Lobberich über das Eis.

(schö)