Initiative Pro Kempen stellt ihre Ziele vor

Neue Bürgerbewegung : Initiative sucht den Dialog mit der Politik

Die „Initiative Pro Kempen“ will selbst nicht politisch aktiv werden. Aber sie möchte gemeinsam mehr Druck auf Parteien und Stadtverwaltung machen.

Der Einstieg in den Dialog sei durchaus positiv verlaufen. „Man hat unsere Kritik und Anliegen aufgenommen und will sich in den politischen Gremien darum kümmern“, sagen Vertreter von Kempener Vereinen, die sich in einem losen Bündnis zusammengefunden haben. Verkehrsverein, Werbering, Vereinigte Turnerschaft und einzelne Kempener Unternehmer haben die „Initiative Pro Kempen“ ins Leben gerufen. Die Beteiligten eint der gemeinsame Wunsch, die Entwicklung in der Thomasstadt voranzubringen. Das haben sie bislang eher als Einzelkämpfer versucht und sind dabei allzu oft an irgendwelchen zumeist bürokratischen Hemmnissen gescheitert. Nun ziehen sie gemeinsam an einem Strang und hoffen damit auf eine erfolgreiche Zukunft für ihre Heimatstadt.

„Die Gespräche mit der Politik waren fruchtbar“, erklärte am Montag Armin Horst, der Vorsitzende des Kempener Werberings, bei einem Pressegespräch. Die Politiker seien teilweise sehr überrascht gewesen über die Vielzahl von kritischen Punkten, die in den Runden angesprochen wurden. Es sei beileibe nicht alles schlecht, was sich im Rathaus abspiele. Da werde von vielen Mitarbeitern sehr gute Arbeit geleistet. Aber vieles laufe einfach nicht rund. Detlev Schürmann nennt als aktuelles Beispiel die Schließung der Ludwig-Jahn-Sporthalle. Zunächst habe es vom Hochbauamt geheißen, die Halle müsse in der Sommerferien geschlossen bleiben, weil dort die Deckenleuchten ausgetauscht werden müssten. Mittlerweile ist klar, die erst vor 15 Jahren neu eingebaute Elektroverkabelung ist so brüchig, dass sie ebenfalls erneuert werden muss. Die Halle bleibt weiterhin geschlossen. Schürmann ist als Vorsitzender der Vereinigten Turnerschaft Kempen, dem größten Sportverein der Stadt, alles andere als erfreut über die Situation. Viele Sportler, aber auch der Schulsport sind von der Hallenschließung betroffen. Trainiert und gespielt wird nach Notplan in anderen Hallen. Nur ein Beispiel von vielen, wo es nach Ansicht der Initiative erhebliche Probleme gibt.

Vor einem Jahr gab es erste Gesprächsrunden, initiiert vom Kempener Unternehmer Jürgen Hamelmann, der auch Vorsitzender des Kempener Verkehrsvereins ist. Er rannte bei seinen Gesprächspartnern offene Türen ein. Kritikpunkte hatte im Prinzip jeder. Bei den Gesprächen dabei war auch der Unternehmerkreis Kempen (UKK), der nach Angaben von Vorstandsmitglied Karin Drabben dem Bündnis formal nicht angehört. Der UKK hatte stets die mangelhafte Unterstützung aus dem Rathaus angemahnt. Nun gibt es mit dem neuen Wirtschaftsförderer Stefan von Laguna den erhofften Ansprechpartner und „Kümmerer“. Der Werbering hat bei der Politik eine neue Haltung zu den verkaufsoffenen Sonntagen erreicht. Sie können nun auch auf Geschäfte außerhalb des Altstadtkerns ausgeweitet werden. So wie es früher einmal war.

„Wir wollen konstruktiv und lösungsorientiert zum Wohle Kempens agieren“, betonte Armin Horst. Man sei gemeinsam auf einem gutem Weg, Rainer Hamm vom Vorstand des Werberings ergänzt: „Wir brauchen mehr Transparenz und kürzere Entscheidungs- und Kommunikationswege bei der Stadtverwaltung.“ Man sei zunächst auch in Sorge gewesen, welche Bürgermeisterkandidaten die Parteien für die Kommunalwahl im Herbst 2020 aufgestellt hätten. Vor einem Jahr gab es ja noch keine Bewerber. Mit Philipp Kraft (CDU) und Christoph Dellmans (parteilos, aber nominiert von SPD und Grünen) gibt es zwei Bewerber, die nun offiziell auf den jeweiligen Schild gehoben werden sollen. Mit beiden haben die Vertreter von „Pro Kempen“ bereits gesprochen und einen guten Eindruck gewonnen. Eine Wahlempfehlung will die Initiative nicht geben. Auch will man selbst bei den Wahlen 2020 nicht als politische Gruppierung antreten.

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